Mehr als nur ein Bindeglied

Es sind nur 1,4 Kilometer Radweg, die gestern Mittag offiziell freigegeben wurden. Die Bedeutung für dieses Teilstück der Rheinischen Bahntrasse ist aber weitaus größer: Denn es ist ein wichtiges Bindeglied, das den künftigen Radschnellweg mit dem Grugaradweg verknüpft und damit auch ein Wegenetz erschließt, das weitgehend ungestörtes Radeln, frei von Konflikten mit Autos ermöglicht. So kann man von dort aus ebenso gut den Einstieg in den Ruhrtalradweg erreichen wie auch den Weg etwa nach Bochum. 1,4 Millionen Euro für einen Rad- und Fußweg von recht überschaubarer Länge scheint zunächst einmal viel Geld.

„Neben dem Wegebau umfassten die Baumaßnahme auch die Instandsetzung von zwei Brückenbauwerken. Zudem führt der Radweg durch eine etwa neunzig Meter lange Unterführung. Diese wurde aus Sicherheitsgründen mit Lampen ausgestattet“, betonen die Sprecher des Regionalverbandes Ruhr, der bei der Umwandlung alter Eisenbahntrassen in Rad- und Wanderwege federführend ist. Das Projekt wird durch die EU zu 50 Prozent und durch das Land NRW zu 30 Prozent gefördert. Die verbleibenden 20 Prozent sind Eigenmittel des RVR. Auch Bürgermeisterin Ursula Schröder (CDU) ist sicher, dass Mülheim von dem Weg profitieren werde.

Die zu erwartende Nutzung dürfte die Kosten rechtfertigen. Man muss sich nur anschauen, wer alles die Wege nutzt. Das sind nicht nur Radfahrer, sondern Hundebesitzer, Jogger, Skater, Senioren, die einen kleinen Ausflug unternehmen und viele andere mehr. Ganz konfliktfrei wird das nicht funktionieren. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme gefordert. Schon seit einigen Wochen wird die Strecke inoffiziell eifrig genutzt, fehlte doch nur noch ein Gitter, das vor einer nur selten fahrenden Güterbahn schützt.

Das Stück ist aber auch ein Versprechen für die Zukunft: Schon in der kommenden Woche wird ein Stück bis Winkhausen asphaltiert und Anfang Oktober soll die Strecke bis zum Mülheimer Hauptbahnhof fertig sein. Knapp fünf Kilometer für 4,5 Millionen Euro. Die Arbeiten sind schon seit Monaten in vollem Gang.

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