Mediziner mit Investoren über Ärztehaus für Ruhrbania einig

Links neben dem Rathaus, auf dem Gelände der ehemaligen Stadtbücherei, will die Investorengruppe „ruhr 12.0“ drei Gebäude erreichten und in einem von ihnen ein Ärztezentrum unterbringen. Foto: Archiv, Hans Blossey
Links neben dem Rathaus, auf dem Gelände der ehemaligen Stadtbücherei, will die Investorengruppe „ruhr 12.0“ drei Gebäude erreichten und in einem von ihnen ein Ärztezentrum unterbringen. Foto: Archiv, Hans Blossey
Foto: Hans Blossey
Die Investoren von „ruhr 12.0“ haben sich mit einer Gruppe von 23 Medizinern mündlich auf ein Mietgeschäft für ein Ärztezentrum verständigt, das aufgrund seiner Größe gar regionale Strahlkraft entwickeln soll.

Mülheim.. Was Kondor Wessels für das Ruhrbania-Baufeld 1 neben dem Stadtpalais nicht vollbracht hat, ist den Investoren von „ruhr 12.0“ für das benachbarte Feld nach Informationen der WAZ vor wenigen Tagen geglückt: Sie haben sich mit einer Gruppe von 23 Medizinern mündlich auf ein Mietgeschäft für ein Ärztezentrum verständigt, das aufgrund seiner Größe gar regionale Strahlkraft entwickeln soll.

Sowohl aus dem Kreis der Investoren Heine AG, Mülheimer Wohnungsbau und Immobilienberatung Hoffmeister als auch von der Ärzteschaft wird bestätigt, dass nach monatelangen Verhandlungen ein Durchbruch geschafft scheint, der den Abschluss eines Mietvertrages sehr wahrscheinlich macht.

Knackpunkt war bis zuletzt der Mietpreis für die 4500 m2, die die Mediziner in der Ruhrbania-Immobilie belegen wollen – eine Größe, die zwei Dritteln eines Fußballfeldes entspricht. Auf dem Ruhrbania-Baufeld 1 waren die Verhandlungen nach Insider-Informationen noch daran gescheitert, dass Bauherr Kondor Wessels 14 Euro/m2 verlangte, die Ärzte hingegen eine Miete von 10 Euro/m2 für wirtschaftlich tragbar hielten. Auf Baufeld 2 ist nun die Rede davon, dass die Parteien sich auf einen Mietpreis irgendwo in der Spanne zwischen 10 und 12,70 Euro verständigt haben – für die Innenstadt gilt laut jüngster Äußerung von Frank Buchwald (Immobilienservice) eine durchschnittliche Quadratmetermiete von 8 bis 8,50 Euro.

23 Ärzte sollen bis 2014 einziehen

In Kürze soll ein Vorvertrag unterzeichnet werden. Der Mülheimer Radiologe Dr. Heiko Pump als Sprecher der Ärztehaus-Planungsgesellschaft sieht das Projekt „auf einem guten Weg“. Man habe sich mit der Investorengruppe „in den wesentlichen Dingen geeinigt“, nun gehe es darum, architektonische Strukturen zu klären. „Gut möglich“ sei, dass die Ärzte Ende August, Anfang September mit konkreten Planungen in die Öffentlichkeit gingen und im Herbst aus dem Vor- ein regulärer Mietvertrag werde.

23 Ärzte, neben vielen Internisten sollen fast alle Fachrichtungen vertreten sein, wollen 2014 in einen der drei geplanten Baukörper unterkommen, es dürfte sich dabei um das Gebäude handeln, das sich gegenüber vom Markt in ­L-Form von der Friedrich-Ebert- in die Bahnstraße erstreckt.

Apotheke, Sanitätshaus, Optiker oder Hörakustiker

Mit von der Partie ist Apotheker Günter Krivec aus Moers. Er hat die Mülheimer Ärzte-Gruppe durch seine Erfahrung im Aufbau von Ärztehäusern überzeugt. In Moers hat er gleich zwei aus der Taufe gehoben, zuletzt in der Altstadt mit einem Partner gar ein eigenes mit derzeit 18 Ärzten. Krivec will in Mülheim für seinen Sohn, der nächstes Jahr eine dementsprechende Ausbildung abschließen wird, eine Existenz schaffen. 300 m2 Apotheke im Erdgeschoss sind geplant, dazu ein Sanitätshaus. Ringsum hätten weitere medizinische Dienstleistungen Platz, so Krivec. Etwa Optiker oder Hörakustiker.

Der 68-jährige ehemalige Deutsche Meister im Dreisprung (1966) ist kein Unbekannter in Mülheim: Der von ihm gegründete Moerser SC trägt in der RWE-Sporthalle seine Heimspiele der Volleyball-Bundesliga aus. Ins Gespräch für das Ärztehaus brachte sich Krivec, als die Mülheimer Ärztehaus-Gruppe sich sein medizinisches Zentrum in Moers anschaute.

"Wir werden Anfang 2012 anfangen zu bauen“

Zurück zum Ruhrbania-Ärztehaus: „Wir alle sind zuversichtlich, dass wir uns auch im Detail einigen werden“, so MWB-Geschäftsführer Jürgen Steinmetz. Trotz Verzögerung beim Bau auf dem benachbarten Grund von Kondor Wessels halten die Investoren von „ruhr 12.0“ am Zeitplan fest: „Wir werden Anfang 2012 anfangen zu bauen.“

Ein Problem damit könnte wohl höchstens die Stadt haben: Denn momentan wird die Baustelle von Kondor Wessels über Baufeld 2 bedient. Hierfür müsste die Stadt eine Alternative schaffen – Unannehmlichkeiten für den Stadtverkehr (Schollenstraße!) nicht ausgeschlossen.

 
 

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