MBI sieht Stadtentwicklung durch Schrottwerk blockiert

Seit Jahrzehnten Thema der Politik: das Schrottwerk Jost am Hafen.
Seit Jahrzehnten Thema der Politik: das Schrottwerk Jost am Hafen.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

Mülheim an der Ruhr. Auch wenn die jüngsten Messwerte im Umfeld der Schrott verarbeitenden Betriebe im Hafen besorgniserregend ausfallen, will sich die Politik erst nach der Sommerpause weiter mit dem Umweltproblem befassen. Die Mülheimer Bürgerinitiativen scheiterten im Rat damit, die akuten Sorgen zu behandeln. Dies soll nun im nächsten Planungsausschuss im September erfolgen.

Die MBI erinnerten daran, dass der Rat der Stadt bereits vor 20 Jahren für eine Verlagerung des Schrottbetriebes gestimmt habe. Bisher ist es jedoch der Stadt nicht gelungen, dem Unternehmen einen Alternativ-Standort anzubieten, von dem aus es zu keinen Belästigungen kommt.

Nickelwerte sind angestiegen

Wie die WAZ berichtete, sind die Nickel-Werte in den Grobstäuben auf bis zu 2678 Mikrogramm im Kubikmeter gestiegen, der Vorsorgewert liegt bei 15. Erstmals wurden auch an dem Spielplatz an der Hofackerstraße die extremen Werte festgestellt. Die SPD will von der Stadt eine klare Aussage zu möglichen Gefährdungen der Kinder und droht, sich gegebenenfalls für die Schließung des Spielplatzes einzusetzen.

Der Fraktionschef der MBI, Lothar Reinhard, spricht angesichts der Umweltbelastungen von einer „Verharmlosung, Vertuschung und Hinhaltetaktik“, und das sowohl von Seiten der Bezirksregierung als auch der Stadt. Er kritisiert den Schrottbetrieb an der Weseler Straße aber auch als eine Blockade in der Stadtentwicklung: „Für eine gedeihliche Entwicklung der zukünftigen Hochschule an der Duisburger Straße wird es von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein, was genau auf dem nahen Werksgelände zukünftig erlaubt sein wird.“ Das störende Schrottwerk, so Reinhard, sollte möglichst verlagert sein, wenn der Hochschulbetrieb 2015 in vollem Umfang beginnt.

 
 

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