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Maßvoll feiern auf dem Flughafen

17.06.2012 | 06:00 Uhr
Maßvoll feiern auf dem Flughafen
Sie möchten mit Veranstaltungen die Bilanz aufbessern (v. li.): Event-Veranstalter Frank Jakob, FEM-Mitarbeiter Wolfgang Sauerland und Reiner Eismann, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft.

Mülheim. Zurzeit läuft Autokino neben der Startbahn und Fußball im Hangar, nach den Ferien bevölkern Fans elektronischer Klänge das Gelände, und ein großes Stadtsportfest ist geplant: Der Flughafen Essen/Mülheim setzt sich verstärkt als Veranstaltungsort in Szene. Die neu gegründete Agentur „Checkin-Event“ treibt dies mit voran.

Häufig melden sich Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Besonderes bieten wollen. Frank Jakob, der „CheckinEvent“ im November gegründet hat und mit seiner Firma im Frühjahr ins Flughafengebäude zog, nennt als Beispiel einen Termin am heutigen Samstag: Da kommt ein Bankinstitut mit etwa 40 Leuten, die erst per Helikopter abheben, was per Kamera festgehalten wird, und anschließend die Dokumentation ihres Rundflugs „bei einem netten Büfett auf großer Leinwand“ verfolgen.

Erstes Public Viewing Anfang der 90er Jahre

Vieles, was Frank Jakob macht, hat in irgendeiner Weise mit Film zu tun. Schließlich kommt er aus der Branche, war 20 Jahre lang Theaterleiter des Essener Cinemaxx, wo er seit Beginn auch Events organisierte. „Anfang der 90er Jahre haben wir das erste Public Viewing überhaupt gemacht, Rot-Weiss Essen gegen Werder Bremen.“ Heute lädt er dazu ein, auf dem Flughafen an Bord zu gehen, dessen Flair ihn persönlich fasziniert, seit er hier 2011 seine Open-Air-Kinoreihe aufzog.

In den Hangars finden Gesellschaften von 50 bis 2000 Personen Platz, „es ist kein Problem, die Hallen dafür leer zu räumen“, erklärt Reiner Eismann, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft FEM, die mitziehen muss, auch um das Luftrechtliche zu klären, und neuerdings einen Mitarbeiter mit dem Veranstaltungsmanagement betraut hat: Wolfgang Sauerland, früher Leiter des Amtes für Ratsangelegenheiten, dessen beruflicher Wechsel in einer Art Ausleih-Status politischen Wirbel auslöste.

Gemeinsam haben sie auch festgelegt, wo der Spaß auf dem Airport aufhören soll. Von „vorauseilendem Gehorsam“, spricht Eismann gar mit Blick auf die Gesellschafter, „damit der Flughafen nicht zweckentfremdet wird“. Veranstaltungen sollen „absolutes Beiwerk bleiben, eine Möglichkeit, unsere Bilanz etwas aufzubessern“. So sind pro Jahr maximal zwei bis drei Groß-Events geplant, für die der Flugbetrieb zeitweise eingestellt wird. „Sonst machen uns auch die Firmen Feuer“, meint Wolfgang Sauerland.

Die Flughafensiedlung ist „lärmsensibel“

Beide betonen, entgegen einer oft vertretenen Meinung, dass der Airport überwiegend kommerziell genutzt werde: Genau 47 538 Flugbewegungen registrierte man im Jahr 2011, davon entfielen 29 065 auf gewerbliche Flugschulen, Geschäftsreisen und den Einsatz von Werksflugzeugen.

Aber auch auf die Nachbarn will man Rücksicht nehmen: „Die Flughafensiedlung ist lärmsensibel.“ Daher sollen selbst beim Elektronik-Open-Air am 1. September um 22 Uhr die Stecker gezogen werden. Shuttle-Busse bringen das Partyvolk zum Weiterfeiern in Clubs. „Rockkonzerte werden häufiger an uns herangetragen“, berichtet Sauerland, „aber die laufen bis in die Nacht, die Leute wollen campen. Das lehnen wir ab.“

Ein Schlagerfestival am Nachmittag

Schon eher machbar: ein Schlagerfestival am Nachmittag, wie auch Frank Jakob es sich vorstellen kann. Einige andere Events schweben ihm vor, die sich mit dem Flugbetrieb direkt verbinden ließen, „da ist zum Beispiel die Idee, Helikopter-Bungee anzubieten“. . .

Größere Umbauten im Hinblick auf künftige Veranstaltungen wird der Airport indes nicht erleben. Derzeit renoviert man lediglich die Empfangshalle, um – so Eismann – „ein Schaufenster des Flughafens“ zu schaffen. Und neben der WDL-Zentrale, wo Zuschauer am Wochenende gerne Flieger beobachten, wird demnächst der Zaun versetzt, eine Aussichtsterrasse gebaut. Alles andere bleibt wie gehabt. „Die Gesellschafter wollen ja gar nicht, dass sich am Flughafen groß etwas ändert“, sagt Eismann. „Sondern sie überlegen, wie sie ihn schließen wollen.“

Großveranstaltungen im Spätsommer

Auf dem Flughafen Essen/Mülheim steigen dieses Jahr zwei Großveranstaltungen, beide im Spätsommer, bei denen der Luftverkehr (zeitweise) ruhen muss.

Am 1. September von 11 bis 22 Uhr läuft hier erstmals das FEM Airport Festival For Electronic Music mit mehr als 25 DJs und Bands auf drei Bühnen. Line-up, Infos und Tickets online unter: http://fem-festival.de.

Am 15. September findet der Aktionstag „Sport auf dem Rollfeld“ statt, gemeinsam organisiert vom Mülheimer Sportbund (MSB), Mülheimer Sportservice (MSS) und dem „Projekt Jugendsportpark“. Infos für interessierte Vereine unter Tel. 455 -52 41.

Annette Lehmann

Kommentare
17.06.2012
15:59
Flughafen wird nicht mehr gebraucht!
von reinera | #2

Interessant ist auch die Information, dass für diese Events der Flugbetrieb eingestellt wird. Ganz offensichtlich wird der Flughafen nicht mehr...
Weiterlesen

1 Antwort
Maßvoll feiern auf dem Flughafen
von Gothaur | #2-1

Geschwätz, mit eindeutiger Intention!
Gruß

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Maßvoll feiern auf dem Flughafen
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2012-06-17 06:00
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