Märchenhafte Opernaufführung

Oper in der Petrikirche: „Hänsel und Gretel“ wurde von der Singschule aufgeführt.
Oper in der Petrikirche: „Hänsel und Gretel“ wurde von der Singschule aufgeführt.
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Die Singschule an der Petrikirche hat Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in einer gekürzten Fassung auf die Bühne gebracht. Die junge Sänger glänzten, auch das tolle Bühnenbild begeisterte die Besucher.

Mülheim. Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ ist seit über 100 Jahren die beliebteste und wohl geeignetste „Einsteigeoper“ für Kinder – das Opernpublikum von morgen. In einer lebendigen Bearbeitung von Gijs Burger und Mathias Kocks präsentierte die Singschule an der Petrikirche am Wochenende das Märchen mit rund 40 jungen und spielfreudigen Sängern und Sängerinnen der B-und A-Chöre.

Im 21. Jahr der Singschule entstand unter der Regie von Mathias Kocks und der musikalischen Leitung von Gijs Burger (und einem großen engagierten Helfer-Team) wieder eine glänzende Aufführung: vor allem wegen der großartigen sängerischen und schauspielerischen Leistung der Gretel (Maren Bothur), des Hänsel (Falk Schlüter), der Hexe (Lonny Hermann) und weiterer Hauptpersonen, deren Stimmen ohne Mikrofon über das achtköpfige „Mini-Orchester“ mitsamt Harmonium und Truhenorgel hinweg glänzten.

Die Instrumentalisten schufen trotz ihrer einfühlsamen Begleitrolle der hellen Kinderstimmen einen voluminösen und erstaunlich orchestralen Klang. Den Sängerinnen und Sängern im Alter zwischen sieben und vierzehn Jahren gelang es spielend und singend, das junge und große Publikum im voll besetzten Kirchenraum in seinen Bann zu ziehen – die Stille im Raum zeugte von der Spannung.

Realistische und märchenhafte Atmosphäre

Gijs Burger hat aus der üppigen mehr als zweistündigen Humperdinck-Vorlage eine einstündige Essenz gezogen und die klangvollen Ensembles, zahlreiche melodisch nicht einfache ein- oder auch zweistimmige kleine Soli in hohen kinderstimmgerechten Lagen, und bekannten Chöre für seine Mitwirkenden eingerichtet. Darunter viel wohlbekanntes Liedgut wie „Suse, liebe Suse“, „Ein Männlein steht im Walde“, „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder der Abendsegen, das zum Mitsummen reizte.

Auch das mühe- und liebevoll selbstgebaute Bühnenbild mit einem tiefen Wald aus riesigen Bäumen, einem Waldhaus, dem Knusperhaus der Hexe und ihrem großen Backofen versetzte den Zuhörer in eine realistische und märchenhafte Atmosphäre; ebenso wie die einfallsreichen Kostüme und Masken der „Familie Hänsel und Gretel“, des goldig-traumhaften Sandmännchens, des lieblich-türkisen Taumännchens, der weißen sphärischen Engel und vor allem der Hexe mit ihrem schwarz-goldenen Zackenkleid, krummer Riesennase und Warze – sie machten größten Eindruck auf die zuschauenden Kinder.

Das Zusammenspiel von Musik, Schauspiel, gesprochenem Text, Kulisse, Kostümen entführte das restlos begeisterte Publikum in märchenhafte Welten. Auf die Kinderoper 2016 darf man schon gespannt sein.

 
 

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