Lückenschluss auf der Trasse

Der Bahndamm an der Max-Kölges-Straße sah vor einem Jahr nach Baumfällarbeiten ziemlich gerupft aus, und eine Weile sollte das auch noch so bleiben. Gefällt werden musste aus Umweltschutzgründen, erklärte der städtische Radwege-Experte Helmut Voß, auch wenn die dort geplante Fahrradrampe erst im Laufe des Jahres entstehen würde, um Radlern und Fußgängern über rund 100 Meter einen sanften Abgang vom Radweg auf der Trasse der Rheinischen Bahn bis zum Dieter-aus-dem-Siepen-Platz zu ermöglichen.

„Wir wollen im Herbst hier eröffnen“, kündigte der zuständige RVR-Teamleiter Christoph Haep Anfang März an. Zu dem Zeitpunkt lud das alte Schotterbett, auf dem die Güterzug-Gleise bereits entfernt waren, noch nicht zum Laufen oder gar Radeln ein. Die Fällarbeiten auf und neben der ehemaligen, rund fünf Kilometer langen Güterbahnstrecke von der Stadtgrenze Essen (Heißen) bis in die Stadtmitte Mülheims, gehörten zu den Vorarbeiten. Als nächster Schritt stand ein Zaun an, der Radler und Fußgänger schützen soll, weil der Radweg Rheinische Bahn teils parallel zur Hauptbahnstrecke Essen-Mülheim verläuft. „Erst, wenn der zwei Meter hohe Stabgitterzaun steht, können die Wegearbeiten beginnen“, erläuterte Christoph Haep. Ob der Radweg dann in einem Stück oder abschnittsweise gebaut werde, hänge von der Baufirma ab. „Der Weg wird aber in einem Stück eröffnet“, betonte er. Im März letzten Jahres endete der Grugaradweg noch in Heißen, wo einmal in der Woche noch eine Güterbahn ins Heißener Gewerbegebiet verkehrte. Deshalb konnte der „Lückenschluss“ zwischen Grugaradweg und Radweg Rheinische Bahn noch nicht freigegeben werden. RVR-Teamleiter Christoph Haep rechnete damit aber spätestens bis Anfang Mai. Und ab Herbst könnten die Radler rollen und Fußgänger flanieren.

Die Trasse erfreut sich großer Beliebtheit: Schon einige Wochen, bevor die Strecke Ende November offiziell eröffnete wurde, tummelten sich dort Radfahrer, Spaziergänger, Jogger und Rollerblader. Unmittelbar nach der Eröffnung im Beisein von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sendete das Ministerium auch das klare Signal, dass zügig weitergebaut werden soll in Richtung Duisburg. Spätestens 2018 soll die Trasse auf der Rheinischen Bahn die Fachhochschule und die Stadtgrenze erreichen - und damit die Lebensqualität erhöhen. „Wir müssen schnell den Sprung über die Ruhr schaffen, den Radschnellweg zur neuen Fachhochschule und bis nach Duisburg weiterführen.“ Oberbürgermeister Ulrich Scholten gab damit Ende 2015 eines der Ziele für die nächsten Jahre vor. Der positive Bescheid des Regionalverbandes Ruhr (RVR) lag bereits vor. Den knappen Zeitplan hat Scholten mit seinem Duisburger Amtskollegen Sören Link abgesprochen. Beide Kommunen seien daran interessiert, möglichst bald die durchgehende Verbindung von der Essener Nordstadt bis zum Rhein zu verwirklichen. Zunächst entsteht in Mülheim die Hochpromenade auf den Bahnbögen parallel zur Bahnstraße. Ist dieses Stück des Radweges mit Aussichtspunkten und Sitzgelegenheiten (Stadtbalkon) fertig, sollen sich die Bauarbeiten Richtung Westen nahtlos anschließen – oder schon früher starten. Wenn die Zuschüsse zeitnah bewilligt werden, könnten Mülheim und Duisburg im Zusammenwirken mit RVR und Land ihre Radwegabschnitte gleichzeitig bauen.