Lösung für leer stehendes Kaufhof-Gebäude in Mülheim naht

Wer möchte hier schon sitzen? Kein schöner Aufenthaltsort an der unteren Schloßstraße.
Wer möchte hier schon sitzen? Kein schöner Aufenthaltsort an der unteren Schloßstraße.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Sollte die jahrelange Hängepartie um das Kaufhof-Gebäude sich dem Ende zuneigen? Wie die WAZ erfuhr, ist der Kaufhof verkauft. Der bisherige Eigentümer, der Mülheimer Unternehmer Jochen Hoffmeister, spricht von vertraglichen Absichtserklärungen, mit beidseitigem Rücktrittsrecht. Noch werde viel geredet und verhandelt, sagt Hoffmeister noch zurückhaltend.

Nach Informationen der WAZ hat der Investor eine Bauvoranfrage gestellt. Sein Plan: Er möchte das Gebäude im jetzigen Bestand erhalten, umbauen und aufwerten. Geplant sein sollen mehrere Geschäfte in dem Komplex. Wie die WAZ erfuhr soll es sich um ein im Handel bundesweit aufgestelltes Unternehmen mit gutem Ruf handeln. Ein Rücktritt soll möglich sein, falls sich Pläne nicht realisieren lassen sollten.

Erstmals nach dem Scheitern der Pläne vom „Ruhrbanium“, das Kölbl/Kruse realisieren wollten, habe man etwas Handfestes an Planung an dem Standort, heißt es. Für viele wäre es ein Gewinn, denn an dem Kaufhof-Gebäude zeigen sich immer deutlicher die Spuren des jahrelangen Leerstandes. Für die Innenstadt ein sichtbares Problem.

Völlig unansehnlich

Schreckliche Ecke, sagen viele Bürger inzwischen und bei manchen schwingt neben dem Entsetzen auch Traurigkeit mit über den Zustand des Kaufhof-Gebäudes. Seit es vor gut drei Jahren aufgegeben wurde, nehmen die Schmierereien und Schäden zu. Kaum eine Fläche an der Fassade, die nicht beschädigt worden ist; Fenster, Türen, Rollläden – überall zeigen sich Spuren von Vandalismus bis hin zu Scheiben, die zertrümmert wurden. Völlig unansehnlich ist der untere Teil der Schloßstraße, der am Kaufhof-Gebäude vorbei führt, sitzen mag da kaum noch einer. Sogar nächtliche Einbrüche in das Gebäude soll es gegeben haben.

Dabei hat sich die Lage in den letzten drei, vier Woche schon gebessert, wie City-Managerin Gudrun von der Linden sagt. Dank des Einsatzes von Polizei und Ordnungsamt, aber auch dank Einzelhändlern, die verdächtige Beobachtungen umgehend gemeldet haben. „Es scheint, dass die Sicherheitsdienste das Problem in den Griff bekommen haben“, sagt Gudrun von der Linden und spricht von Jugendbanden, die vor allem nachts ihr Unwesen getrieben haben. Sie konnten ermittelt werden.

Innenstadt aufwerten

Das Ziel, die Innenstadt wieder aufzuwerten, sie für Geschäftsleute, Kunden, Vermieter und Mieter interessant zu machen, bleibt das oberste Ziel des Arbeitskreises Innenstadt, aber auch der Stadt. „Ich glaube, dass der jetzige Zustand rund um das Kaufhof-Gebäude ein temporärer ist und bin guter Hoffnung, dass wir in einigen Monaten weiter sind“, sagt Bau- und Planungsdezernent Peter Vermeulen.

Fast alle sehen in dem Areal Kaufhof eine Art Schlüsselfunktion für die Innenstadt. „Die Sehnsucht nach Veränderung gerade an dem Standort hier ist groß“, sagt Frank Prümer, Mitglied des Vorstandes der Werbegemeinschaft Innenstadt. Auf eine Lösung warten auch all jene, die ein paar Meter weiter die Ruhrpromenade bebauen und dort exklusive Wohnungen zum Kauf und zur Miete schaffen. Die 1-A-Lage am Fluss und der beschmierte Baukomplex des einstigen Kaufhauses ein paar Meter weiter passen nicht zusammen. Auch im historischen Rathaus hoffen sie darauf, dass die hohe Qualität des neuen Quartiers nicht durch ein Gebäude, das weiter verfällt, geschmälert wird.

 
 

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