Lehren und lernen im Team

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Holthausen..  „Manege frei!“ hieß es in der vergangenen Woche in der Gemeinschaftsschule an der Hölterstraße. Beim großen Zirkusprojekt mit dem Zirkus Sperlich verwandelten sich alle Schüler der Schule in wendige und mutige Artisten und zeigten im echten Zirkuszelt Seiltanz, Luftakrobatik, Fakirkunst, Jonglage oder auch Clownerie. „So ein Auftritt vor großem Publikum erfordert Mut und stärkt das Selbstbewusstsein ungemein“, sagt Schulleiterin Maria Jacobs. Er sei daher ein wichtiger Baustein im Schulleben, das die Hölterschüler zur Selbstständigkeit erziehen soll.

„Wir Lehrer hier sind verwöhnt. Unsere Erstklässler kommen gut vorbereitet her und sie werden von ihren Eltern toll mitbegleitet“, ist der Rektorin bewusst. Weil viele Schüler sich mit den Anforderungen nicht schwer tun, gab und gibt es sogar eher Forder- als Förderangebote. Individuelle Förderung findet im differenzierten Unterricht statt. „Wir versuchen präventiv zu arbeiten, mögliche Schwächen, auch mit Hilfe unserer Sonderpädagogen, so frühzeitig wie möglich zu erkennen.“ Teamarbeit beim Lehren und Erziehen sei angesagt.

Die drei Sonderpädagogen sind als Berater für alle Klassen da, vor allem aber in den integrativen Klassen (eine pro Jahrgang) im Einsatz. „Wir sind auf dem Weg zu einer inklusiven Schule“, so Maria Jacobs. Etwa zwanzig Kinder mit besonderen Förderbedarfen zählen derzeit schon zur Schulgemeinschaft, der „Gemeinsame Unterricht“ funktioniere gut. Zu einem „Miteinander ohne Scheu“ trägt auch folgendes Projekt bei: Einmal pro Woche kommt eine Klasse der Remberg-schule für geistig behinderte Kinder zum gemeinsamen Sportunterricht her - oder auch umgekehrt.

Ungewöhnlich, aber erfolgreich organisiert - so Jacobs - ist an der Hölterschule der Offene Ganztag. Pro Jahrgang gibt es eine OGS-Klasse, deren Stundenplan auch ganz anders getaktet ist als der der Klassen ohne OGS-Kinder. Ein pädagogischer Leiter koordiniert gemeinsam mit Lehrern und Erziehern das Unterrichtsprogramm.

Daneben gibt es viele AGs (Reiten, Tennis, Fußball, Töpfern, usw.) und Projekte, die an Unterrichtsinhalte anknüpfen. „Geht es im Sachunterricht um die Kartoffel, dann gehen die OGS-Kinder raus und helfen bei Bauer Terjung bei der Kartoffelernte mit“, erläutert die Schulleiterin. Beliebt bei Kindern und Eltern sind auch die OGS-Ferienfahrten - z.B. an die See oder zum Skilaufen. „Es gibt deutlich mehr Bewerber für einen Ganztagsplatz als Plätze“, so die Schulleiterin. Gefragt ist aber auch die „Verlässliche Betreuung“ bis 14 Uhr.

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