Kunstaktion und Konzert verbinden Juden, Christen und Muslime

Der Engel der Kulturen war bereits bei der Nacht der offenen Gotteshäuser in Duisburg unterwegs.
Der Engel der Kulturen war bereits bei der Nacht der offenen Gotteshäuser in Duisburg unterwegs.
Foto: WAZFotoPool

Mülheim. Ein rollendes Zeichen der Gemeinsamkeit bewegen Christen, Juden und Muslime am Mittwoch, 5. September, durch die Mülheimer Innenstadt. Der „Engel der Kulturen“, eine radförmige Skulptur, wird ab 16 Uhr von der Moschee an der Sandstraße über den Synagogenplatz und den Kirchenhügel bewegt. Den Abschluss bildet ein Abrahamkonzert in der Stadthalle um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr.

Der Engel der Kulturen wird auf seinem Weg durch die Stadt von Geistlichen der drei großen Religionen begleitet. Alle Mülheimer sind eingeladen mitzugehen, wenn sich der Zug um 16 Uhr von der Moschee an der Sandstraße in Bewegung setzt. Die weiteren Stationen sind der Synagogenplatz (17 Uhr) und der Kirchenhügel (18 Uhr). An jeder Station werden Friedensgebete gesprochen und Friedensgrüße vorgetragen. An der Petrikirche übernimmt Superintendent Helmut Hitzbleck diesen Part.

Die Skulptur, die durch Mülheim gerollt wird, ist ein ca. 1,60 Meter hohes Stahlrad, gestaltet von den Künstlern Gregor Merten und Carmen Dietrich aus Burscheid. Der Innenkreis des Rades verbindet die Zeichen der drei Religionen: Halbmond, Davidstern und das Kreuz. Im Inneren zeichnet sich so die Form eines Engels ab. „Der Engel der Kulturen verdeutlicht: Wir leben in einer Welt, respektieren uns und lassen uns gegenseitig Raum zur Entfaltung“, erklären die Künstler.

Engel aus Sand

Ein Engel aus Sand verbleibt an jeder der Stationen des interreligiösen Glaubensweges. Die Skulptur wird dazu jeweils auf den Boden gelegt und mit Quarzsand ausgefüllt. Auf dem Synagogenplatz wird zudem eine permanente Engel-Intarsie verlegt. Die Idee zum „Engel der Kulturen“ bringt der Essener Pfarrer Willi Overbeck nach Mülheim. Er ist damit seit vier Jahren in NRW und Europa unterwegs, war 2010 auch an Kulturhauptstadtprojekten beteiligt.

Den Abschluss der Aktion bildet das Abrahamkonzert um 20 Uhr in der Stadthalle. Abraham wurde deshalb zum Namensgeber, weil er nicht nur für Christen und Juden, sondern auch für Muslime von Bedeutung ist und so die Religionen verbindet. Das Ensemble „Avram“ mit Profimusikern aus den drei Kulturkreisen begibt sich auf eine musikalische Spurensuche religiöser Traditionen.

 
 

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