Kunst braucht Raum

Plakatieren die Schaufenster: Peter Helmke (hinten), Imre Videk und andere Kreative vom „Kunsthaus“ machen darauf aufmerksam, dass leerstehende Ladenlokale für Ausstellungen genutzt werden könnten.
Plakatieren die Schaufenster: Peter Helmke (hinten), Imre Videk und andere Kreative vom „Kunsthaus“ machen darauf aufmerksam, dass leerstehende Ladenlokale für Ausstellungen genutzt werden könnten.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Mülheim.. Warum leere Läden nicht mit Kunst aufwerten? Das sieht allemal besser aus, als in tote Schaufenster zu gucken. Und davon gibt’s in der Innenstadt ja genug. Die Idee der Ausstellungen auf Zeit ist nicht neu. Im ehemaligen Kaufhof präsentierte die Gruppe „AnDer“ schon ihre Werke, aber auch an anderen Stellen verdrängte farbenfrohe Vielfalt die Tristesse.

Aber größtenteils sind die Mülheimer Künstler mit Anfragen an Hauseigentümer, die teils sonst wo auf dieser Welt sitzen, „auf Granit gestoßen“, sagt Heiner Schmitz. Obwohl „wir immer zugesichert haben, die Ladenlokale ordentlich und sauber zu halten“.

Der bundesweite Aktionstag des Deutschen Kulturrates am 21. Mai unter dem Motto „Kultur gut stärken – Wert an Kreativität“ wurde nun zum Anlass genommen, den Finger in die Wunde zu legen. Denn: „Kunst braucht Wertschätzung und Raum!“ In diesem Sinne hat die Initiative für das „Kunsthaus Mülheim“ gestern ihre Plakat-Aktion gestartet.

Bedarf an Raum ist groß

Peter Helmke, Imre Videk, Martina Deli und Alexander Voß kleben an elf Standorte im Bereich der Schloß- und Leineweberstraße Plakate mit vergrößerten Abbildungen von Kunstwerken. Indem sie die Fensterfronten leer stehender Ladenlokale von außen mit Postern markieren, machen sie auf den Bedarf an Raum aufmerksam.

Nach jahrzehntelangem Kampf ist die Grundschule an der Meißelstraße in Styrum nach ihrem Ende der schulischen Nutzung zwar als Kunsthaus politisch in Aussicht gestellt, aber das kann noch dauern. „Bis die Schule leergezogen ist, kann es 2014/15 werden“, schätzt Schmitz.

Umbau-Pläne liegen fertig in der Schublade

Auch müsse der Immobilien-Service noch grünes Licht dafür geben. Dabei liegen die Architekten-Pläne für den Umbau zum Kunsthaus fix und fertig in der Schublade. Vielleicht klappt’s ein bisschen früher mit Raum, der schon jetzt nicht mehr gebraucht werde. Mit Kulturdezernent Ulrich Ernst, so Schmitz, sei über eine Teilnutzung gesprochen worden.

Die Künstler sind bis 25. Mai täglich von 15 bis 18 Uhr in der „Wertstadt“ im Ex-Matratzenladen an der Leineweberstraße und laden zum Gespräch ein. Einige arbeiten und informieren über das „Kunsthaus Mülheim“. Zudem gibt’s eine Dokumentation über die Aktion.

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