Kürzungen bei der Linie 112

Oberhausen will jede zweite Bahn der Linie 112 künftig an der Stadtgrenze enden lassen.
Oberhausen will jede zweite Bahn der Linie 112 künftig an der Stadtgrenze enden lassen.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

Mülheim. Der Wendekreis der Straßenbahn 112 an der Landwehr, direkt an der Oberhausener Stadtgrenze, wird ab Juni 2013 häufiger eingesetzt. Ab Juni 2013 soll jede zweite Bahn der 112, die werktags bislang im Zehn-Minuten-Takt über den Oberhausener Hauptbahnhof und das Centro bis nach Sterkrade fährt, dort halten, umdrehen und zurück in Richtung Mülheimer Innenstadt fahren. Diese Einsparung hat jetzt der Planungsausschuss in der Nachbarstadt beschlossen.

Die Taktausdünnung ist Teil eines Einsparpakets, mit dem die Verkehrsbetriebe (Stoag) 1 Mio. Euro einsparen wollen. Hierin sind die Einsparungen der 112 mit 500.000 Euro der dickste Brocken. Der Entscheidung soll ein Streit über Abrechnungen vorausgegangen sein, wie aus der Politik zu hören ist. Die MVG, die die Strecke betreibt und auch die Fahrzeuge stellt, lasse sich diesen Dienst teuer bezahlen. Stoag-Vorstand Werner Overkamp möchte nicht von Streit sprechen, hinterfragt habe man die ­Höhe dieser Dienstleistung gleichwohl. „Das man so etwas beleuchtet, ist doch ganz normaler Alltag“, betont er.

Konkrete Zahlen können nicht genannt werden

Leicht habe man es sich nicht gemacht und den Rotstift dort angesetzt, „wo es dem Fahrgast am wenigsten wehtut“. Dabei habe man sich von der Auslastung der Bahnen leiten lassen. Die ist aus MVG-Sicht gar nicht schlecht. Auch wenn die Pressestelle keine konkreten Zahlen nennen kann, so stehe zumindest fest, dass die 112 nach der 102 die stärkste Linie sei und gerade von Berufspendlern und Schülern stark genutzt werde. Sonntags soll die Bahn sogar nur alle 30 Minuten, statt derzeit alle 15 Minuten, durchfahren.

Oberhausener Rat muss Sparpaket noch durchwinken

Der Oberhausener Rat muss das Sparpaket noch abschließend durchwinken. Damit ist es aber nicht getan bei der Linie, die einst als Projekt interkommunaler Zusammenarbeit mit reichlich Fördermillionen bedacht worden ist. Um den Takt zu ändern, muss bei der Bezirksregierung eine Änderung der Konzession beantragt werden. Wie gesagt: Es stecken in der Linie Fördermillionen. Wird die Bezirkregierung da der Taktausdünnung zustimmen? Oder wird sie ein Veto einlegen, so wie es für die Stilllegungspläne für die 110 in Mülheim angedroht ist?

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt MVG-Sprecher Nils Hoffmann zur Stoag-Initiative. Gemeinsam müssten beide Unternehmen nun rechnen. Aber klar sei auch: „Die Kollegen der Stoag entscheiden souverän.“

 
 

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