Künstler-Gruppe „AnDer“ feiert 20-Jähriges mit Ausstellung

Galeristin Ricarda Fox (li.) mit den AnDer-Künstlern: Dore O, Helmut Koch, Heiner Schmitz, Ursula Vehar, Jochen Leyendecker und Uwe Dieter Bleil.
Galeristin Ricarda Fox (li.) mit den AnDer-Künstlern: Dore O, Helmut Koch, Heiner Schmitz, Ursula Vehar, Jochen Leyendecker und Uwe Dieter Bleil.
Foto: FUNKE Foto Services
Dafür kehrten die sechs Mülheimer Künstler an den Ursprungsort ihres Schaffens zurück – die ehemalige britische Kaserne in Holthausen.

Mülheim. Als sich die Künstler 1995 zur Gruppe „AnDer“ zusammenschlossen, setzten sie sich zum Ziel, Kunst an ungewöhnliche Orte zu bringen. Seitdem stellten die sechs Kreativen auf Parkdecks, Burghöfen und auf dem Friedhof aus, in Kirchen oder auf dem Wasser. Zum 20. Geburtstag kehrt die Gruppe nun an den Ursprung ihres Wirkens zurück: In die ehemalige Kaserne der britischen Armee an der Liverpoolstraße – ihren ersten Ausstellungsort. Die Schau „20 Jahre AnDer“ wird am Freitag, 19 Uhr, in der Galerie Ricarda Fox eröffnet.

Dore O., Ursula Vehar, Uwe Dieter Bleil, Helmut Koch, Jochen Leyendecker und Heiner Schmitz blicken gerne zurück auf die vergangenen 20 Jahre. Immerhin haben sie gemeinsam rund 70 Ausstellungen gestemmt. In den zwei Jahrzehnten ist sich die Gruppe nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich näher gekommen. „Obwohl wir alle so unterschiedlich sind, haben wir uns immer gut verstanden“, sagen sie. Und so trifft man sich nicht nur für Arbeitsprojekte, sondern auch privat, kocht und klönt zusammen.

Styropor-Schiffe im Duisburger Innenhafen

Die Höhepunkte in 20 Jahren AnDer? Da fällt ihnen vieles ein! Etwa eine Ausstellung aus dem Jahr 1996 in der Evangelischen Akademie, zu der Gäste aus den USA, den Niederlanden, aus Dresden und Dortmund kamen. „Oder die Ausstellung ‘AnDer Stange’“, sagt Dore O. „Das war 1998 auf dem Parkdeck des Kaufhofes, eine unserer spektakulärsten Aktionen.“

Heiner Schmitz baute damals eine Installation auf – vier mal vier Meter Gerüst, das mit Flatterband abgesperrt war. „Der Wind hob das Werk an, so dass es auf die Straße stürzte“, erinnert sich Uwe Dieter Bleil. „Gott sei dank wurde niemand verletzt, nur eine Oberleitung war beschädigt.“ Ebenso ist ihnen „AnDer Water“ im Gedächtnis – ein Projekt, bei dem die Mülheimer Schiffe aus Styropor gestalteten und im Duisburger Innenhafen zu Wasser ließen. „Später haben wir die Boote dann auf dem Thyssenteich schwimmen lassen.“

Werkschau in der Galerie Fox

Was ihre Ziele für die nächsten 20 Jahre sind? Einen zu weiten Blick in die Zukunft wollen die sechs gar nicht wagen. Nur so viel: „Wir wollen uns verjüngen“, sagt Heiner Schmitz. Wer neu zu der Gruppe stoßen könnte, stehe aber noch nicht fest. Erst einmal konzentrieren sie sich auf ihr aktuelles Projekt im Raffelbergpark, mit Veranstaltungen und Kooperationen mit dem Theater an der Ruhr.

Und auf ihre aktuelle Werkschau in der Galerie Fox. Dort zeigt jeder der sechs aktuelle und vergangene Werke. Darunter Installationen, Objekte, Malereien, Kohlezeichnungen oder Fotografien – eben so vielschichtig wie die Gruppe selbst.

 
 

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