Krise? Welche Krise?

So viel vorweg: Wenn Mülheim nicht mehr Mülheim, sondern eine Verwaltungseinheit von Irgendwo wäre, so wäre das jammerschade und hätte viele Nachteile. Im Sinne sparsamen Haushaltens aber wäre es vielleicht gar nicht so schlecht. Wirtschaften konnte Mülheim noch nie.

Wer im Jahr 2012 versagt, fünf Jahre nach der Finanzkrise, Griechenland vor Augen, die Schuldenbremse im Genick und unter günstigsten Rahmenbedingungen, der kann nicht nur, der will mit Geld nicht vorausschauend umgehen oder gar, igitt!, grundsätzlich etwas ändern im Staate Stadt. Aufgaben kappen, die Verkehrsbetriebe fusionieren und auf Busse umstellen, sich kleiner setzen.

Daran ändert auch das Gejammer von Montag nichts und auch nicht das allgemeine Wehklagen das nun mit der nächsten Luftnummer namens Etataufstellung wieder ausbrechen wird über die böse, böse Bundes- oder wahlweise Landesregierung, die angebliche Last der Inklusion und was als Ausrede nicht noch alles so herhalten muss. Ach ja, und die Bürger wird man wieder bitten, sich doch zahlreich und kreativ an der ach so notwendigen Konsolidierung mit vielen, vielen Ideen zu beteiligen.

Das ist modern? Quatsch. Das ist reine Augenwischerei.

Den Leidensdruck, der da geheuchelt wird, empfindet unter den Meinungsführern im Rathaus keiner und wenn, dann vielleicht die Jungen, die nicht durchdringen. Warum auch: Der Fehlbetrag 2012 ist wieder prompt ausgeglichen worden, so wie in allen Vorjahren - durch den Griff in die Rücklagen. Was soll’s? Uns geht’s doch noch Gold! In dieser Größenordnung zwar nur noch drei Mal, aber, wer weiß, in drei Jahren sieht die Welt schon wieder ganz anders aus ... Vielleicht wird es nicht so schlimm ... Hat noch immer geklappt...

Am Montag übrigens hat sich ein Mülheimer Bürger bei der Stadt darüber beklagt, dass eine der tibetanischen Klangschalen, die die Schloßstraße zuwuchern, nun schon seit Monaten leer ist. Ob man die nicht wieder bepflanzen könnte. Nein, gab ein Stadtsprecher zurück, die 4500 Euro habe man nicht. Aber wenn sich ein Spender fände, der das Geld aufbrächte, das wäre prima.

Auf die Idee, den Aluguss-Kübel einfach einzuschmelzen, scheint noch keiner gekommen zu sein.