Kreative Nacht- und Nebelaktion in Mülheim

  • Die Künstler der Gruppe AnDer sind immer für eine Überraschung gut

Mülheim..  Ob Ausstellungen im Gyros-Salon und Tattoo-Laden, auf dem Parkhaus-Dach, im Grünen, zu Lande oder auf dem Wasser: Die Künstler der Gruppe AnDer sind immer für eine Überraschung gut, nur in die Luft sind sie noch nicht gegangen. Wie in den guten alten Zeiten der Kunst-Happenings läuten sie jetzt eine Nacht- und Nebel-Aktion ein. „Wir dachten uns, es muss mal was ganz anderes sein“, sagt Ursula Vehar: „Es gibt auch keine Eröffnungsrede und die Künstler sind nicht offensichtlich anwesend.“

Ganz spontan und nur für einen Tag wollen Helmut Koch, Ursula Vehar, Natalija Usakova, Uwe Dieter Bleil, Heiner Schmitz, Jochen Leyendecker, Joachim Poths und Vanessa Höttger am kommenden Samstag, 24. September, von 8 Uhr bis 20 Uhr, Flagge für die Kunst im öffentlichen Raum zeigen und zwar direkt an der Ruhr-Promenade. „Denn wir sind der Ansicht“, sagt Uwe Dieter Bleil, „dass auf die Promenade Kunst gehört, die aber leider komplett fehlt“. Vor einigen Jahren gab es die Idee, dort eine Plastik von Klaus Geldmacher und Jochen Leyendecker zu installieren, „die angeblich aus Kostengründen nicht weiterverfolgt wurde“. Und auch der stilisierte Storch von Petoschu konnte bislang an der Promenade nicht landen.

Kreatives Ambiente am Hafenbecken

Jetzt will die AnDer-Gruppe am Samstag für zwölf Stunden lang ein kreatives Ambiente am Hafenbecken und an der Flaniermeile schaffen. Über diesen charmant-kreativen Wink hinaus, die Ruhr-Promenade mit Kunst zu bereichern, geht es der Gruppe auch darum, „Leute anzusprechen, die normalerweise nicht ins Museum gehen, zu gucken, wie Passanten auf das spontane Auftauchen von Kunst reagieren.“

Im Morgengrauen rücken sie mit ihren Werken an, „die teils speziell für Ruhrbania erstellt wurden“, erläutert Heiner Schmitz. „Jeder von uns wird seine Kunst dort hintragen und wer da ist, ist da.“

Kreative sind meist Individualisten, umso erstaunlicher ist es, dass diese Gruppe seit über 20 Jahren zusammenhält. Mit zwei Ausnahmen: Dore O. und Christine Lehmann haben sich im vergangenen Jahr zurückgezogen, „aus rein persönlichen Gründen“. Das bewährte Konzept der Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten will die Gruppe fortsetzen, eventuell noch ausweiten. „Denkbar wäre auch mal ein Möbelhaus oder ein Supermarkt.“ Und wie wäre es mit dem Mülheimer Blimp? Dann könnten sie in die Luft gehen, wenngleich die Gruppe gern bodenständig mit Visionen des Machbaren bleibt.

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