Krankheitsprävention über die Grundschule hinaus

Marc Friedrich
Gesundheitsvorsorge an der Realschule Broich: Wolfgang Dahmen (li. außen) und Dr. Georg Ohne (re. außen) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. In der Mitte sind Angelika Spielmann, Sabine Dahlmann und Dr. Nicole Lobeck-Chenard.
Gesundheitsvorsorge an der Realschule Broich: Wolfgang Dahmen (li. außen) und Dr. Georg Ohne (re. außen) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. In der Mitte sind Angelika Spielmann, Sabine Dahlmann und Dr. Nicole Lobeck-Chenard.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA

Mülheim-Broich. „Wenn zehn von 50 Kinder mit einem selbstgeschmierten Butterbrot in die Schule kommen, dann ist das viel“, gibt Schulleiter Wolfgang Dahmen von der Realschule Broich zu bedenken. Oftmals bekämen die Schüler von den Eltern zwei Euro in die Hand gedrückt, um sich etwas auf dem Schulweg zu kaufen. Die meisten jungen Menschen greifen zu Süßem oder Fast Food. Die Resultate: Fettleibigkeit, erhöhter Blutdruck oder Diabetes.

„Dies sind Zivilisationskrankheiten, vor denen wir die Kinder schützen müssen“, mahnt Dr. Nicole Lobeck-Chenard. Übermäßiges Computerspielen gehöre ebenso dazu. Um die Schüler der Realschule Broich über all solche Alltagsproblemen, die in ernsthaften Krankheiten münden können, zu informieren, haben Schulleiter Dahmen und der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Georg Ohde, nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. An der Realschule wird in diesem Schuljahr der Prototyp eines neuen Präventivsystems zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten getestet.

Umfangreiches Konzept wird angeboten

Die Ärztin Dr. Nicole Lobeck-Chenard und ihre Mitarbeiterin Sabine Dohrmann bieten ein umfangreiches Konzept an der Schule an. Einerseits werden Untersuchung bei den Fünftklässlern durchgeführt, um Einschränkungen wie eine Sehbehinderung, Sprechprobleme oder eine Wirbelsäulenfehlstellung rechtzeitig zu erkennen. Hinzu kommt die Möglichkeit, zur monatlichen Schulsprechstunde gehen zu können, bei der die Schüler ihre Probleme mit der Ärztin besprechen können. Zuletzt kommt noch eine Kon­trolle der Impfpässe hinzu. „Wir müssen bei solchen Problemen die Motivation der Eltern und der Schüler erhöhen“, appelliert Dr. Ohde vom Gesundheitsamt. Die Ärztin Dr. Lobeck-Chenard fügt hinzu: „Zusätzlich muss auch die Eigenverantwortlichkeit der Schüler gefördert werden.“

Mit dem Ende dieses Schuljahres wird ein Resümee gezogen, dann entscheidet sich, wie erfolgreich das Pilotprojekt gewesen ist. „Bei Erfolg, den wir erwarten, müssen wir uns etwas überlegen. Dieses Projekt könnte ernsthaft etwas in Gang setzen,“ prophezeit Dr. Ohde.