Kortum-Brunnen wieder vollständig

Manfred Leis und Andreas Rudis (v.l.) verlegen die Bronzeplatten.
Manfred Leis und Andreas Rudis (v.l.) verlegen die Bronzeplatten.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Metalldiebe machen auch vor Denkmälern nicht Halt. Diese bittere Erfahrung mussten die Mitglieder des Mülheimer Geschichtsvereins machen, als in der Osternacht vom 24. auf den 25. April 2011 drei Bronzeplatten vor dem Kortum-Denkmal an der Petrikirche gestohlen wurden. Bis heute sind sie nicht wieder aufgetaucht. Die Mitglieder der Bürgergesellschaft Mausefalle setzten sich für die Wiederherstellung des Denkmals ein – nun werden die Platten neu verlegt und kommenden Samstag, 29. September, auf dem Kirchenhügel feierlich eingeweiht.

Der Kortum-Brunnen bedeutet den Mülheimern viel. Denn er hat eine bewegte Geschichte. In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1943 wurde er beim Bombenangriff zerstört. Dabei stand er seit 1938 auf dem alten Marktplatz hinter der Petrikirche. Mit ihm war dem bekannten Arzt Dr. Carl Arnold Kortum (1745-1824) und seiner dichterischen Glanzleistung, der Jobsiade, ein bleibendes Denkmal gesetzt worden.

Während des Krieges sollte das Bronzedenkmal eingeschmolzen werden. Man fand es jedoch in Hamburg wieder und brachte die Jobs-Bronzefigur nach Mülheim zurück. Zunächst stand der Jobs an der Ecke Bach-/Friedrichstraße, bevor der Verein zur Förderung der Mülheimer Altstadt 2006 beschloss, das Denkmal an alter Stätte aufzubauen – auf einem Brunnen. Die Beteiligung vieler Mülheimer und bekannter Unternehmen ermöglichte es, den Kortum-Brunnen zu rekonstruieren. Zur Erinnerung an Kortum und seine Spender wurden bei der Friedrich-Wilhelms-Hütte (FWH) damals vier Bronzeplatten gegossen, die ebenerdig vor dem Brunnen verlegt wurden.

Platten nachgegossen

Genau diese Platten stahlen Metalldiebe in der Osternacht. „Durch den Einsatz der Mitglieder der Mülheimer Bürgergesellschaft Mausefalle hat sich die Ausbildungsabteilung der FWH bereit erklärt, die gestohlenen Bronzeplatten nach vorliegenden Entwürfen neu zu gießen“, berichtet Heinz Auberg, Mitglied des Mülheimer Geschichtsvereins. Gestern wurden die Platten vom Tiefbauamt neu verlegt – dieses Mal diebstahlsicher.

Am Samstag soll das wiederhergestellte Denkmal-Ensemble am Kortum-Brunnen vor der Petrikirche feierlich eingeweiht werden. Ab 11 Uhr treffen sich die Mitglieder des Geschichtsvereins und der Bürgergesellschaft Mausefalle. Auch Bürgermeisterin Renate aus der Beek kommt zur Einweihung. Dann ist das Jobs-Denkmal endlich wieder vollständig.

 
 

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