Klavierfestival Ruhr lockt mit vier hochkarätigen Konzerten

Kit Armstrong, 1992 in Kalifornien geborenes „Wunderkind“, stellt in Mülheim eher unbekannte und ältere Musik vor.
Kit Armstrong, 1992 in Kalifornien geborenes „Wunderkind“, stellt in Mülheim eher unbekannte und ältere Musik vor.
Foto: privat
Das Klavierfestival Ruhr präsentiert in der Mülheimer Stadthalle diesmal noch recht junge, aber schon äußerst renommierte Pianisten.

Mülheim.. Das Klavierfestival Ruhr lockt mit 60 Konzerten in 20 Städten. Mülheim ist in diesem Reigen mit vier hochkarätigen Musikabenden vertreten. Hervorzuheben ist, dass drei der vier Künstler unter 30 Jahre alt sind und doch schon seit Jahren hoch geschätzte Gäste. Ein Beleg für die Förderung, die junge Talente durch das Festival erfahren.

Bereits in unserer Stadt zu hören war Khatia Buniatishvili, die diesmal mit einem ausgesucht schwierigen Programm kommt. Sie interpretiert die berühmten „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski, dann den exzessiv schwierigen „Gaspard de la nuit“ von Ravel – ein Stück rabenschwarzer Romantik nach Texten von Aloysius Bertrand. Es folgen eine Etude von Liszt und dessen 2. Ungarische Rhapsodie in der Bearbeitung von Horowitz, dem das Werk wohl nicht halsbrecherisch genug war.

Der als eine Art Universalgenie bekannte Kit Armstrong gastiert in Mülheim mit ziemlich unbekannter, aber interessanter älterer Musik, von der Bachs geistig anspruchsvolle „Goldberg-Variationen“ das Modernste sind. „Tastenzauberer“ Marc-André Hamelin wird u.a. Schuberts letzte Sonate, eine Art eigenes Requiem des Komponisten, zu Gehör bringen.

"Die Besten der Besten"

Noch nicht in Mülheim war der junge Russe Daniil Trifonov, dem nicht zu Unrecht nachgesagt wird, das Klavierspiel auf ein neues Niveau gehoben zu haben. Seine Interpretation ist mitunter von einer magischen, fast erschreckenden Intensität und dürfte vor allem Schuberts G-Dur-Sonate zu einem Erlebnis machen.

Das Klavierfestival Ruhr präsentiert sich diesmal nicht nur an neuen Spielstätten, z.B. auf Zeche Zollverein, im Bagno Steinfurt oder in Mönchengladbach, sondern dehnt sich auch zeitlich über fast zwölf Wochen aus, da besonders die Feiertage im Mai (samt Brückentagen) dies nahelegten, wie Intendant Prof. Ohnesorg erläutert.

Gewichtiger erscheint die inhaltliche und stilistische Ausweitung durch neue Formate bzw. Intensivierung bereits eingeführter. Neu ist beispielsweise das Piano-Clubbing auf Zollverein, das von einer „Solo Piano Show bis zur ausgewachsenen Party mit DJ sich entwickeln soll“ (Francesco Tristano). Intensiviert werden andere, bereits bewährte Formate, etwa „Jazz Line“ mit sieben Konzerten, „Ausgezeichnete Kinder“ mit Preisträgern von Jugendwettbewerben aus NRW, „Die Besten der Besten“ mit internationalen Preisträgern und vor allem das „Education-Projekt“, durch das junge Menschen vom Kindergartenalter bis zum Gymnasium in vielfältigster Weise an die Musik herangeführt werden sollen.

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