Kein Scherz: Die Toilette eröffnet demnächst

Der Bau der Bahnhofstoilette ist längst zur Lachnummer geworden. Es könnte aber sein, dass das stille Örtchen tatsächlich an einem dazu passendem Datum eröffnet wird. Der erste April würde passen wie der Deckel auf den Eimer. Aber es gibt natürlich wirklich Menschen, vor allem ältere, die auf diese Toilette warten. Für sie sind die ständigen Verzögerungen einfach nur bitter und unverständlich. „Es ist jetzt nur noch eine Frage von wenigen Tagen. Wir sind endlich auf der Zielgeraden“, erklärt Umweltamtsleiter Jürgen Zentgraf. Die Bauarbeiten seien bis auf einige Kleinigkeiten abgeschlossen. Eine Vereinbarung über das Klo wurde zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn bereits 2009 geschlossen, als der Umbau des Empfangsgebäudes besiegelt wurde. Seitdem dürfte so ziemlich alles schief gelaufen sein, was schief laufen kann.

Die Feuchtigkeitsschäden im Bereich des ehemaligen Wartesaals erster Klasse stellte die Planer vor große Herausforderungen, dann musste die ausführende Firma Insolvenz anmelden, so dass sich der Baubeginn Monat um Monat verzögerte. Schließlich entschied sich die Bahn für eine kostspielige Haus-in-Haus-Lösung und bezifferte den Bau schon vor Jahren mit 600 000 Euro, was vielfach schockierte, lässt sich für diese Summe ein recht luxuriöses Einfamilienhaus bauen.

Wie Zentgraf mitteilt, soll in den nächsten Tagen der Mietvertrag mit der Deutschen Bahn unterzeichnet werden. Und dann müsse der Bau noch technisch abgenommen werden. Als Betreiber sei dann Pia vorgesehen, die schon vor Jahren die Toilette am Viktoriaplatz betreut hatte. Die Firma Hering Bau, die in zahlreichen Bahnhöfen die Toiletten betreibt, spiele derzeit keine Rolle mehr. Aber richtige Prognosen wagt bei dieser Frage niemand mehr. Alle warten darauf, dass hinter dieser Aufgabe endlich ein Haken gemacht werden kann.

 
 

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