Kappung der Buslinie bedroht Verein

Angedacht ist, den Busverkehr zwischen dem Hauptfriedhof und dem Flughafen ebenfalls einzustellen.
Angedacht ist, den Busverkehr zwischen dem Hauptfriedhof und dem Flughafen ebenfalls einzustellen.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Der SV Raadt sieht angesichts geplanter Veränderungen beim Nahverkehr Probleme auf seinen Nachwuchs zukommen. „Seit der Einstellung des Straßenbahnverkehrs ist es für unsere Fußballkinder recht schwierig geworden, herzukommen. Sollte jetzt auch noch der Ersatzbus-Verkehr in Richtung Flughafen gestrichen werden, wäre das für unseren Verein ­fatal“, sagt Frank Friedrich, einer der Jugend-Trainer und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Der Hintergrund: Geht es nach den ÖPNV-Gutachtern, die derzeit das Mülheimer Nahverkehrsnetz checken, könnte der Stadtteil Raadt bald vielleicht noch schlechter angebunden sein als bisher. Angedacht ist, den Busverkehr zwischen dem Hauptfriedhof und dem Flughafen, der jetzt die Straßenbahn 104 ersetzt, ebenfalls einzustellen und die aus Haarzopf kommende Buslinie 145 bis zum Mülheimer Hauptfriedhof zu verlängern.

Verbindung ist jetzt schon suboptimal

„Wir haben 200 Kinder, die bei uns auf dem Platz trainieren. Die Kleinen werden noch von den Eltern gebracht. Spätestens ab der C-Jugend wollen die Kinder und Jugendlichen aber mit der Bahn fahren“, so Friedrich. Und da die meisten jungen ­Kicker aus anderen Stadtteilen stammen, seien sie auf eine gute ÖPNV-Verbindungen angewiesen.

„Schon jetzt sind einige unserer Kinder bis zu anderthalb Stunden unterwegs. Sie müssen erst in der Stadtmitte auf ­Anschluss warten, dann noch mal am Hauptfriedhof. Manche rennen die Strecke vom Friedhof zur Platzanlage sogar, damit sie noch rechtzeitig ankommen“, weiß der Trainer und fürchtet, dass die Taktrate der Essener Buslinie 145 noch geringer sein könnte als die jetzige. „Vor allem abends. Und wir trainieren ja teilweise auch bis 20 Uhr“, so Friedrich.

Die Befürchtungen der Sportler: „Bei noch schlechterer ÖPNV-Anbindung würden uns sicher Mitglieder abhanden kommen“. Durch den Nachmittagsunterricht an Schulen sei es für die Vereine ohnehin schon schwieriger geworden, junge Mitglieder zu gewinnen und zu halten. Dabei habe der Verein erst vor fünf Jahren für viel Geld einen Kunstrasenplatz erhalten und kürzlich sei auch noch der Kabinentrakt erneuert worden. Zu schade wäre es, wenn das alles künftig nicht mehr ausreichend genutzt werden könnte.

 
 

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