Kampf gegen Vandalismus geht weiter

Werben für eine stärkere soziale Kontrolle: Franz Lenz und Dr. Ilselore Paschmann von der Bürgerstiftung. Foto: Roy Glisson / WazFotoPool
Werben für eine stärkere soziale Kontrolle: Franz Lenz und Dr. Ilselore Paschmann von der Bürgerstiftung. Foto: Roy Glisson / WazFotoPool
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Mülheim.. Die Bürgerstiftung will im kommenden Jahr das Thema Vandalismus erneut zum Schwerpunkt machen. Außerdem soll die Gewaltprävention intensiviert und das angemessene Verhalten bei Gewalttaten trainiert werden. Das kündigte Frank Lenz, der Vorsitzende des Vorstandes der Bürgerstiftung, im Gespräch mit der WAZ an.

„Wir sind froh, dass wir die Zerstörungswut in diesem Jahr zum Thema gemacht haben. Es wird in der Öffentlichkeit vermehrt darauf geachtet, es wird darüber geredet und Bürger bringen Graffiti vermehrt zur Anzeige“, so Lenz. All das sei Ziel der Aktion gewesen, die die Bürgerstiftung zu Beginn des Jahres ins Leben gerufen hatte und die, wie es heißt, auf große Resonanz gestoßen sei.

Vor allem im Bereich der Innenstadt, an öffentlichen wie an privaten Bauten, waren die Schmierereien in der Vergangenheit vermehrt aufgetreten. Besonders groß war die Empörung, als wenige Tage nach Fertigstellung des Bahnhofs die weißen Wände nachts besprüht worden sind. Die Bürgerstiftung ist nach wie vor davon überzeugt, dass man von dem Problem überrollt werde, wenn man sich nicht darum kümmere. Die Bürger dürften nicht bereit sein, so der Appell der Stiftung, eine Verschandelung der Stadt hinzunehmen.

Ein neues Problembewusstsein schaffen

„Unser Ziel für das nächste Jahr ist es, das Problem Vandalismus in die Köpfe der Politiker zu bekommen. Wir werben für eine stärkere soziale Kontrolle.“ Der Vorsitzende der Stiftung denkt dabei an Aufsichtspersonal an neuralgischen Punkten, wie etwa die Müga, wo es Ein-Euro-Jobber mit dieser Aufgabe gibt – jedoch zeitlich nur noch begrenzt. „Wir wissen, dass dies Geld kostet. Aber Geld ist in der Stadt da, es muss nur anders eingesetzt werden.“ Sicherheit habe viel mit Lebensqualität zu tun, so Lenz, daher sollte die Stadt mehr in diese investieren.

Um die Sicherheit für Bürger zu erhöhen, will die Stiftung im kommenden Jahr gemeinsam mit der Polizei Kurse anbieten. Das Angebot, so Lenz, soll für unterschiedliche Altersgruppen unterbreitet werden. „Wir wollen nicht, dass sich Menschen in Gefahr bringen, zu mutig werden. Es geht uns darum, dass Bürger lernen, in brisanten Situationen angemessen und verantwortungsvoll reagieren.“ Im ersten Quartal des Jahres sollen die Termine für die Kurse bekannt gegeben werden.

Jenseits der Themen Zerstörung und Gewalt setzt die Bürgerstiftung ihr Engagement unter anderem am Wildgehege Witthausbusch fort, das jährlich mit 20 000 Euro unterstützt wird. Im kommenden Jahr will man auch bürgerschaftliches Engagement bei der Sanierung der Witthausbusch-Teiche einbringen. „Wir stehen mit Unternehmen in Verbindung, die für zwei, drei Tage unentgeltlich mit ihren Maschinen bei der Sanierung der Teichanlagen helfen würden.“ Die Teiche, ein Kleinod, waren in den letzten Jahren zusehends verschlammt.

 

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