Kämmerer steigt bei der MVG ein

Steigt bei der MVG ein: Kämmerer Uwe Bonan.
Steigt bei der MVG ein: Kämmerer Uwe Bonan.
Foto: FUNKE Foto Services
Als zweiter Geschäftsführer der MVG soll Mülheims Kämmerer Uwe Bonan insbesondere den Neustart des Via-Verbundes vorantreiben.

Mülheim. Bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) werden die Weichen neu gestellt. Die Gesellschaft bekommt umgehend einen zusätzlichen Geschäftsführer. Der städtische Kämmerer Uwe Bonan wird befristet bis März 2017 die Geschäftsführung neben Klaus-Peter Wandelenus führen. Das hat der Rat der Stadt am Donnerstagabend auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Ulrich Scholten beschlossen.

Scholten will mit dem Schritt neben einem technischen auch einen kaufmännischen Geschäftsführer in der Gesellschaft haben, die auf ein jährliches Defizit von 35 Millionen Euro zusteuert. Vor allem aber soll Bonan mit dafür sorgen, dass die Zusammenarbeit von Verkehrsgesellschaften unter dem Dach des Städteverbundes Via „schnell und erfolgreich“ auf den Weg gebracht wird. „Wir müssen diesen Prozess befeuern“, sagt Scholten und weiß, dass die Bezirksregierung möglichst bald Ergebnisse sehen will, die eigentlich schon vorliegen sollten.

MVG soll nicht weiter so verlustreich wirtschaften

Oberstes Ziel ist es, das enorme Defizit deutlich zu reduzieren und gleichzeitig für die Bürger ein alltagstaugliches Nahverkehrsangebot zu erhalten. Unstrittig in Rat und Verwaltung ist, dass die MVG nicht so weiter wirtschaften kann, zumal noch enorme Sanierungskosten anfallen.

Bonan ist bisher Mitglied im Aufsichtsrat der MVG. Seinen Platz wird er dort an Guido Brücker, Leiter der Mülheimer Stadtkanzlei, abtreten. Der Oberbürgermeister sieht in dem Schritt eine noch engere Verzahnung von Stadtverwaltung und Verkehrsgesellschaft.

Gespräche über künftige Kooperationen laufen, unter anderem mit Oberhausen. Scholten spricht hier allerdings noch von einem „zarten Pflänzchen“. Kontakte werde man auch zur Bogestra knüpfen, unter deren Dach unter anderem die Verkehrsgesellschaften von Bochum, Gelsenkirchen, Witten und Hattingen fahren – ein seit Jahrzehnten funktionierender Verbund. Im Gegensatz dazu hat der Via-Verkehrsverbund, zu dem Mülheim, Essen und Duisburg gehören, seine Ziele in den vergangenen sieben Jahren nicht erreichen können. Das Einsparziel wurde um die Hälfte verfehlt, in vielen Dingen konnte man sich nicht einigen. Duisburg plant wieder den Ausstieg. Der, so Scholten, muss geregelt ablaufen, auch darauf soll der zweite Geschäftsführer achten. Die Neuaufstellung von Via soll spätestens im Frühjahr 2017 erfolgen, so schwebt es dem OB vor – mit welchen Partnern dann auch immer. „Eines darf auf jeden Fall nicht passieren: Wir wollen keine Never-Ending-Story.“

Beschäftigte sollen bald Klarheit bekommen

Aus Sicht von Bonan ist es nicht zuletzt wichtig, dass die Beschäftigten der MVG möglichst bald Klarheit bekommen: „Die fragen sich doch: Wie geht es weiter? Was passiert mit mir? Was wird aus meinem Arbeitsplatz? Bin ich bei der MVG oder bei Via?“, zählt Bonan auf und kann den Unmut einiger verstehen.

Mit dem zweiten Geschäftsführer, so der OB, werden keinesfalls die Personalkosten weiter nach oben getrieben. Bonan erhalte für die Arbeit lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung, weit entfernt von einem zusätzlichen Gehalt.

 
 

EURE FAVORITEN