Kämmerer: Stadt könnte die RWE-Aktien abstoßen

„Wir sind jederzeit handlungsfähig“ – so bewertet Kämmerer Uwe Bonan die Lage der Stadt in der Frage, ob sie sich von ihrem Bestand an RWE-Aktien trennen wird.

Die Mülheimer Bürgerinitiativen hatten erneut kritisch nachgefragt und der Stadtspitze unterschwellig gar Alleingänge in der Sache vorgeworfen. Konkret hatten die MBI nachgefragt, wann die Stadt wie viele Stammaktien aus der Beteiligungsgesellschaft RWEB herausgezogen habe, was man nur über Zeitungsberichte in Bochum erfahren habe. Bonan reagierte gelassen, aber deutlich: Man habe im Februar eine Million Stammaktien aus jener „Wertpapierleihe“ gezogen, weil der Rat dies in seiner Januar-Sitzung so beschlossen habe.

Der Kämmerer kündigte an, auch die noch bei RWEB verbliebenen 2,6 Millionen zum 30. September zurückzuholen zur städtischen Beteiligungsholding, weil über die RWEB künftig keine steuerlichen Vorteile mehr zu erzielen seien. „Dann ist die Handlungsfähigkeit für 3,6 Millionen Aktien sofort gegeben“, so Bonan. Ein Verkauf der ersten Million Aktien wäre ab August möglich, im Oktober stünden auch die weiteren 2,6 Millionen zur freien Verfügung. Mit der Neuaufstellung von Medl und SWB könne entschieden werden, ob die Stadt verkauft oder nicht. Insgesamt hält die Stadt 9,8 Millionen RWE-Aktien.

Die MBI erneuerten am Freitag ihre Forderung nach einem Verkauf der Aktien, wenngleich aktuell deutlich geringere Erlöse zu erzielen seien als zu früheren Zeiten.