Junge Mülheimerinnen schreiben über ihre Hoffnungen

Elena Redmann schrieb über ihren verstorbenen Vater und die Hoffnung, ihn wiederzusehen.
Elena Redmann schrieb über ihren verstorbenen Vater und die Hoffnung, ihn wiederzusehen.
Foto: Redmann
„Was mir Hoffnung macht“ schildern Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet in einem Band mit über 120 Texten, unter sínd ihnen zwei Mülheimerinnen.

Mülheim.  Um zwischen weltweiten Kriegen, Krisen, Chaos und Klimadesaster positiv in die Zukunft zu blicken, braucht es Zuversicht und einen festen Glauben, dass sich alles zum Guten wendet. Mit einer frischen Sichtweise tun Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet in einem Band mit über 120 Texten ihre Wünsche kund. „Was mir Hoffnung macht“ ist die starke Essener Anthologie überschrieben. Auch viele junge Leute mit Migrationsgeschichte melden sich zu Wort.

Unter den Jungautoren sind zwei Mülheimerinnen, die von ihrem „Prinzip Hoffnung“ aus ganz persönlicher Sicht erzählen. Wie Elena Redmann, die in ihrem Beitrag anrührend ihre Gefühle über einen schmerzlichen Verlust vermittelt. Vor fünf Jahren verstarb ihr Vater. In „Das Licht“ schildert die 13-Jährige den langen Weg über eine Treppe in das Reich Gottes. „Mein Vater ist an einem wunderschönen Ort“, schreibt Elena. „Wenn man jemanden verloren hat, hat man eine ungefähre Vorstellung davon, wie man sich dort fühlt und wie es aussieht. Ich habe einen lieben Menschen verloren. Er ist ein warmherziger, toller Mensch und, nicht zu vergessen, ein unkomplizierter Vater, ja genau, mein Vater.“ Ihre Hoffnung ist es, „dass ich ihn eines Tages wiedersehen werde, dass es vielleicht ein Leben nach dem Tod gibt“, sagt Elena, die mit ihrer Mutter in Saarn lebt. Mit dem tragischen Verlust „weiß ich mittlerweile umzugehen“. Dennoch sei ihr das Schreiben nahegegangen und „es etwas schwierig gewesen, den Text meiner Familie vorzulesen“.

Tief geht auch die Geschichte unter dem Titel „Ich werde fliegen“ von Ida Borgwardt, die sie an einem hellblauen Luftballon festgemacht hat: „Dauernd gibt es Rückschläge, die einen tief fallen lassen. Doch nur ein kleiner Stupser reicht und schon geht es wieder bergauf. Immer weiter, immer schneller. Und es hört nie auf.“

Der Luftballon ist für Ida Borgwardt „ein Freiheits- und Hoffnungssymbol“. Die 17-Jährige wohnt mit ihren Eltern und einem Bruder in Winkhausen. Am Burggymnasium in Essen, wo sie zur Schule gehe, habe der Lehrer das Buch-Projekt im Literaturkurs vorgestellt. Sie machte mit, konnte es „am Anfang noch gar nicht recht glauben“, dass ihr Beitrag nun schwarz auf weiß gedruckt mit dem Namen darüber in einem Buch erscheint. „Aber wenn man das Buch dann in den Händen hält, dann ist das schon etwas Besonderes.“

Etwas Besonderes sind auch die gesammelten Ansichten der Kinder und Jugendlichen, die mit jungen und neugierigen Augen auf die Welt blicken, die überleben und Leben wollen und etwas Besseres von der und für die Zukunft wollen. Ein Buch, das absolut lesens-, lernens- und erlebniswert ist.

 
 

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