Jugendliche retten Dirtbike-Strecke in Mülheim

Janek Wentzky testete schon einmal die Strecke.
Janek Wentzky testete schon einmal die Strecke.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim/Ruhr. Es sah aus wie ein hoffnungsloser Fall. Die Macher selbst hatten das Projekt noch vor wenigen Wochen fast abgeschrieben: „Wir wissen wirklich nicht, wie es weitergeht“, hatte Johannes Michels vom SportService enttäuscht festgestellt. Die Dirtbike-Strecke an der Kreuzung Tourainer Ring und Auerstraße war Anfang August noch ein Urwald aus wucherndem Unkraut.

Nun aber die Rettung: Statt Wildwuchs verteilt sich der Nachwuchs auf dem Gelände. Rund 20 Jugendliche bearbeiten die Lehmhügel mit Schaufeln und Hacken. Am Rand warten BMX-Räder und Dirtbikes für den Einsatz auf der Strecke. „Nach der Arbeit wird auf dem fertigen Bereich ‘ne Runde gefahren“, sagt Janek Wentzky vom Essener BMX-Verein „Kreativ Wheels“.

Mit Schaufeln und Hacken

Wentzky und seine Jungs haben die Dirtbike-Strecke gerettet. „Einen Tag nach der letzten Berichterstattung haben sie sich gemeldet und sich an die Arbeit gemacht“, sagt Johannes Michels. Auf der Baustelle ackern BMXler und Dirtbiker aus dem ganzen Ruhrgebiet. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute mitmachen, vor allem nicht, dass es so viele in Mülheim gibt“, sagt Janek Wentzky.

Noch zehn Tage werde es dauern bis die Strecke komplett befahrbar ist, schätzt Michels. Offizielle Einweihung ist am Samstag, 8. September im Rahmen eines „Dirt Contests“. Doch die Strecke in der Mülheimer Innenstadt reicht den Jugendlichen nicht. Sie wollen eine Halle, wie sie es mit der Funbox Amalie in Essen gab. Im Frühjahr 2011 wurde die Trendsporthalle geschlossen. „Im Moment gibt es im gesamten Ruhrgebiet für uns keine Halle“, bemängelt Janek Wentzky.

Große Unterstützung durch Fördergelder und Spenden

Mit der Arbeit an der Dirtbike-Strecke wollen die Jugendlichen beweisen, dass sie es mit ihrem Sport ernst meinen. „Wir wollen zeigen, dass wir uns aktiv für Strecken zum Fahren einsetzen“, sagt Wentzky.

Dabei hätte die Mülheimer Dirtbike-Strecke schon viel früher fertig sein sollen. Bereits im September 2011 hatten Jugendliche mit der Arbeit an der Anlage begonnen. Sponsoren hatten rund 700 Tonnen Lehm gespendet. Rund 10.000 Euro Fördergelder sind aus der Initiative Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWost) für Bagger, Schaufeln und Zement geflossen, so Johannes Michels.

Die Baustelle lag monatelang still 

Der Winter hatte für einen Baustopp gesorgt. Im Frühling ging es an der Auerstraße dann nicht so richtig vorwärts. Monatelang lag die Baustelle komplett still, und meterhohes Unkraut machte sich auf der Anlage breit. Johannes Michels versichert, dass die Dirtbike-Anlage nicht wieder verkommt: „Wir pflegen die Strecke jetzt“, sagt er.

Wie lange die Fläche so bestehen bleibt, hänge jedoch von den Plänen der Stadt ab. Diese versucht, das Gelände zu vermarkten: „Solange die Fläche nicht verkauft ist, kann die Dirtbike-Strecke bleiben“, sagt Johannes Michels.

Die Jungs planen zumindest längerfristig und hoffen auf den nächsten Sponsor: „Wir brauchen eigentlich auch einen Container, um die Schaufeln und Hacken einzuschließen“, sagt einer der BMXler und lässt seine Schaufel für einen Moment auf dem Lehmboden ruhen.

Zur offiziellen Einweihung der Mülheimer Dirtbike-Strecke wird dort am Samstag, 8. September, ein so genannter „DirtContest“ ausgetragen.

Los geht es um 11 Uhr. Mitmachen können sowohl Profis, als auch Amateure.

Zu gewinnen gibt es Sachpreise für die Amateure und insgesamt 500 Euro Preisgeld im Profiwettkampf.

Nach dem Contest wird die Dirtbike-Strecke zu ähnlichen Bedingungen wie ein Spielplatz für die Jugendlichen tagsüber nutzbar sein, kündigt Johannes Michels vom Mülheimer SportService an.

Der fertige Parcours bietet dann Profis und Anfängern drei verschiedene Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Sowie einen „Hump-Track“ – kleine Hügel, die in kurzen Abständen auf einer Linie liegen – in der Mitte.

 
 

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