Jost-Verlagerung nach Krefeld im Gespräch

Die Gärten der Anwohner hinter ihren Wohnhäusern grenzen direkt an  das Schrottwerk.
Die Gärten der Anwohner hinter ihren Wohnhäusern grenzen direkt an das Schrottwerk.
Foto: Fabian Strauch

Mülheim. Seit Jahrzehnten hoffen die Anwohner im Umfeld der Schrott verarbeitenden Firma Jost an der Weseler Straße darauf, dass das Unternehmen den Standort wechselt. Für die Bürger wäre es das Ende einer täglichen Lärmbelastung, ein Ende der Erschütterungen und der Emissionen. Der Betrieb selbst würde auch gerne wechseln, wenn es denn ein geeignetes besseres Grundstück gäbe. Wie die WAZ erfuhr, soll die Firma Jost derzeit ein 40.000 Quadratmeter großes Gelände in Krefeld prüfen.

Sollte das Unternehmen dorthin wechseln, könnte an der Weseler Straße zwar weiterhin Gewerbe sich ansiedeln, doch nie mehr ein derart für Bürger störendes, erklärt der Chef der Wirtschaftsförderung, Jürgen Schnitzmeier. Neuere Gesetze verbieten Schrottverarbeitungen in einer derartigen Nähe zur Wohnbebauung. Derzeit liegen zwischen den Falltürmen und den Schrottscheren, die die Metalle zerkleinern, und den Wohnhäusern nur wenige Meter.

Sortimenterweiterung geplant

Die Firma Jost hatte sich auch für das Grundstück des Baustoffzentrums Harbecke an der Timmerhellstraße interessiert. „Es war ein Gutachter für das Unternehmen vor Ort“, berichtet der Chef vom Baustoffzentrum, Hartmut Buhren. Sechs Wochen sei das jetzt her. Das Baustoffzentrum wird in jedem Fall das Areal an der Timmerhellstraße verlassen und an die Xantener Straße ziehen, wo sich die ehemalige Ruhrtaler Waffelfabrik befand. Die Bauvoranfrage sei positiv beschieden worden, erklärt der Betriebschef und rechnet Ende des kommenden Jahres mit dem Umzug.

Das Baustoffzentrum wird sich auf 20.000 Quadratmeter deutlich vergrößern und in dem Zug das Sortiment für den Baustoff-Großhandel erweitern. Hatte man in der Vergangenheit zum großen Teil vom Neubau gelebt, so geht heute die Nachfrage nach Baustoffen vor allem von der Altbau-Modernisierung aus, sagt Buhren, bei dem längst nicht nur die Firma Jost angeklopft und sich für das Grundstück an der Timmerhellstraße interessiert hat.

Mehr Ruhe, mehr Lebensqualität

Das Gebiet gilt vor allem deshalb als attraktiv, weil es über einen 75 Meter langen Kai verfügt. „Wer den Wasserweg für seine Produkte benötigt, hat hier viel Spielraum“, sagt Buhren, der den Kai selbst nicht benötigt. Und da sich dort keine Wohnbebauung in der Nähe befindet, habe ein störende Gewerbe keine Probleme im Umfeld, heißt es. Ohnehin befinden sich auch dort Schrotthändler.

Die Bürgerinitiative rund um die Weseler Straße sieht sich vor einer entscheidenden Wende, und die hieße: Mehr Ruhe, mehr Lebensqualität. Als die Schrottverarbeitung Jost in diesen Tagen das Fallwerk komplett abstellte und die Schrottschere nicht lief, meinte Horst Buchmüller, Sprecher der Anwohner: „Wir hätten Kurtaxe nehmen können.“

 
 

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