Isabelle Kusari flirtet mit der Poesie im Medienhaus

Isabelle Kusari.
Isabelle Kusari.
Foto: privat
Sopranistin Isabelle Kusari präsentierte in Mülheim „Liebesgedichte aus 1000 Jahren“. Französischer Charme zu romantischen Klängen.

Mülheim..  Die Liebe ist die schönste und zugleich leidvollste Sache der Welt. Davon zeugen Tausende Gedichte seit der Antike bis heute. Eine Auswahl deutscher und französischer Lyrik und Chansons aller Epochen präsentierte die Mezzosopranistin Isabelle Kusari am Freitag im Medienhaus. Mit gewaltiger Stimmkraft und französisch-reizvollem Charme begeisterte sie das Publikum.

Literatur und Musik sind von großer romantischer Anziehungskraft, gerade wenn es um die Liebe geht. Neben einigen unbekannten Poeten, waren es vor allem die großen deutschen Dichter und Komponisten, die an diesem Abend von der Liebe erzählten: Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Jacobi, Offenbach. „Ich wollte die Entwicklung der Liebe durch alle Epochen hinweg zeigen, sie in all ihren Facetten präsentieren – die Liebe zu einer Frau, einem Mann, aber auch die Liebe zu einem Ort, einem Land oder einem Tier“, beschrieb die Künstlerin.

„Wenn sie dieses Lied ihrem Mann vorsingen, kriegen sie alles, was sie wollen“, kündigte Kusari das Chansons „Le chat blanc“ – Die weiße Katze an. Solch’ mysteriös erotische, zu jener Zeit geradezu skandalösen Gedichte, sorgten für spitze Ohren.

Fließend wechselte die Künstlerin vom Chanson zu musikalisch aufbereitetem Gedicht. Die große Auswahl bedeutete oft jedoch einen Verlust der romantisch-literarischen Wirkungskraft. Trotz großartiger sprechkünstlerischer Leistung, insbesondere bei Rilkes „Liebes-Lied“, oder aber bei „Fräulein Zimperlich“, hätten die Stücke gefolgt von längeren Pausen eine deutlich intensivere Stimmung entfachen können.

Begleitet wurde Isabelle Kusari an dem Abend von der Südkoreanerin Eunok So an der Bratsche sowie dem renommierten chinesischen Pianisten Jun Zhao. Obwohl das Klavier deutlich verstimmt war, konnte vor allem der junge Pianist mit zwei romantischen Sonetten sein herausragendes Talent präsentieren.

Auch mit einem schmeichelhaften Repertoire an französischen Liebeschansons, etwa Michel Delpechs „Pour un flirt avec toi“ (Für einen Flirt mit dir), und dem italienischen Flair von Verdis „La Traviata“ verwöhnte Kusari ihr Publikum. Leichtfüßig und stimmgewaltig nahm sie – ohne Verstärker – den Raum für sich ein und animierte das Publikum zu einem musikalischen Flirt mit den bekannten Liedern.

Nächste Termine

Am 27. Oktober liest Bernd Desinger aus „ZZZ - Zeltstadt Zeche Zollverein“; am 28. Oktober liest Susanne Fröhlich aus „Feuerprobe“. Tickets kosten 5, bzw. 10 € im Medienhaus, Abendkasse: 6, bzw. 12 €.

 

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