In Schuss bringen

Arbeiten in der Gemeinschaftshauptschule Frühlingstraße. Die Turnhalle bekommt neue Fenster und im Foyer wird ein Industriekunststoffboden in Holzoptik verlegt. Foto: Alexandra Umbach
Arbeiten in der Gemeinschaftshauptschule Frühlingstraße. Die Turnhalle bekommt neue Fenster und im Foyer wird ein Industriekunststoffboden in Holzoptik verlegt. Foto: Alexandra Umbach
Foto: WAZ FotoPool

In den Sommerferien zogen die Handwerker in die Schulen ein. An vielen Stellen wurde saniert und modernisiert.

Endlich können die Schüler des Berufskollegs Stadtmitte wieder aus den Fenstern schauen. Das war bislang kaum möglich. „Die Scheiben waren milchig, im Winter zog es ständig rein“, sagt Dorothee Kaiser, die stellvertretende Schulleiterin. Nun freut sich die Lehrerin schon auf die freudigen Gesichter ihrer Schüler, wenn sie nach den Ferien die neuen Fenster sehen. Und über die eingesparten Energiekosten: 20 000 Euro weniger im Jahr, allein durch die neuen Fenster. Die alten waren schließlich schon 45 Jahre alt und an den Rahmen so morsch, dass das Holz bröckelte.

Auch an anderen Schulen wurde in den Sommerferien gebaut, ein Großteil davon mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II. Rund 11,25 Millionen Euro hat der Bund für die Jahre 2009 und 2010 für die städtischen Sanierungsmaßnahmen im Bereich Bildung bereit gestellt. Davon wurden 1,2 Millionen Euro für freie Träger wie die Kirchen oder Waldorf bereit gestellt. Übrig blieb also ein Rest von 10,2 Millionen Euro, die nun verbaut werden konnten.

„Zehn von insgesamt 28 Maßnahmen sind bereits abgeschlossen“, erklärt Frank Buchwald, Betriebsleiter des städtischen Immobilienservice. Dieser nutzt jedes Jahr die Ferien, um in seinen Gebäuden umzubauen, auszubessern und vor allem: „So zu sanieren, dass möglichst viel Energie eingespart werden kann.“ Darauf ist der Immobilienservice besonders stolz. Auf einem Rundgang stellt die Stadt drei Schulen im Stadtgebiet vor, bei denen CO2 dank der Sanierungsmaßnahmen eingespart werden konnte.

Der Rundgang beginnt an der Hauptschule Speldorf, an der rund 220 Schüler auf 7169 Quadratmetern lernen. „Hier haben wir Fenster und Fassaden erneuert, das Dach saniert und neuen Boden verlegt“, erklärt Buchwald. Durch die neue Außendämmung schaffe es die Schule nun, 28 000 Euro Energiekosten im Jahr einzusparen, das sind 116 Tonnen CO2 weniger. Insgesamt 2,3 Millionen Euro haben die Umbaumaßnahmen an der Hauptschule gekostet.

Lohnt sich denn der große Bau-Aufwand in Zeiten sterbender Hauptschulen? „Ja. Denn dieses Gebäude wird immer für den Schulbetrieb genutzt werden. Egal, ob Hauptschule oder eine andere Schulform“, so Buchwald. An der Hauptschule habe man zudem so kostengünstig geplant, dass noch etwas Geld übrig blieb.

Von diesem Geld wurden teilweise die neuen Fenster des Berufskollegs Stadtmitte finanziert. „Es ist möglich, dass nach Abschluss aller geplanten Baumaßnahmen etwas von dem Geld aus dem Konjunkturpaket II übrig bleibt.“ Dieses Geld, so Buchwald, wolle man gegebenenfalls in weitere Schulesanierungen und -renovierungen fließen lassen.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld machte sich selbst vor Ort ein Bild über den Stand der Sanierungsmaßnahmen. Und zeigt sich zufrieden: „Dank der Mitteln aus dem Konjunkturpaket II können wir viel für die Schulen erreichen. Wir sind froh, dass die Arbeiten so gut vorangehen und die Schulleiter mit den Sanierungen zufrieden sind.“

So wie Maria Jacobs, Leiterin der Grundschule Hölter­straße. „Wir haben komplett neue Fenster und Wärmedämmungen bekommen und freuen uns, dass dies die letzte größere Modernisierungsmaßnahme war.“ Nach den Herbstferien sei die Schule komplett saniert – die 410 Schüler können in hellen Klassenräumen lernen, auf einem neu ausgebauten Schulhof toben und Musikvorführungen in der aufgestockten Aula erleben. Auch die Heizanlage wurde ausgetauscht. Eine Million Euro hat die Stadt aus dem Konjunkturpaket in diesem Jahr für die Schule abgezweigt, um das historische Gebäude aus dem Jahr 1914 wärmetechnisch aufzurüsten. Rund 38 Tonnen CO2 sollen dadurch eingespart werden, das mache 25 500 Euro weniger Kosten im Jahr aus.

Noch streichen die Maler das komplett eingerüstete Gebäude in hellen Sandfarben, doch bis zum Ende der Ferien sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die beauftragten Handwerker und Baufirmen stammen übrigens alle aus der Region: „Wir haben insgesamt 364 Aufträge erteilt, davon sind 232 Mülheimer Firmen, der Rest kommt ebenfalls aus den Nachbarstädten“, erklärt Frank Buchwald.

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