In Mülheims City soll es sauberer werden

Andreas Heinrich
Kehrwagen der Mülheimer Entsorgungs-Gesellschaft fegen auf der Wallstraße.
Kehrwagen der Mülheimer Entsorgungs-Gesellschaft fegen auf der Wallstraße.
Foto: WAZ FototPool

Mülheim. Sauberes Mülheim? Über die Innenstadt wird schon mal häufiger geklagt, auch in Leserbriefen, recht deutlich zuweilen: „Ich finde, unsere Stadt ist sehr dreckig und versifft.“ Im Auftrag der Politik arbeitet derzeit das Umweltamt an einem „Handlungskonzept Sauberkeit“. Danach soll vieles besser werden, es soll intensiver gereinigt werden, und die Reinigung soll nicht mehr auf so viele verschiedene Schultern verteilt werden. „Aus einer Hand“, heißt das Ziel. Am Ende könnte es spürbar sauberer, aber auch teurer werden.

Bislang reinigt die Mülheimer Entsorgungs-Gesellschaft (MEG) die Fahrbahnen und Gehwege, sechs mal in der Woche, die MVG putzt die Haltestellen, ein beauftragtes Unternehmen kümmert sich um Müll in Zierbrunnen, andere um die Rasenflächen und Papierkörbe. Bei all dem gebe es nie den Zustand, bei dem alles mal sauber sei, so Umweltamtsleiter Jürgen Zentgraf.

Künftig könnte die „ebenerdige Reinigung“ komplett durch die MEG erfolgen. Dazu gehört aus Sicht des Umweltamtes eine Intensivierung der Regelreinigung, das Müllsammeln in den Grünflächen entlang der Straßen und Gehwege, die Beseitigung des Abfalls in den Pflanzkübeln auf der Schloßstraße, die Reinigung an Haltestellen und Wetterschutzeinrichtungen, die regelmäßige Leerung aller Papierkörbe, die Sonntagsreinigung nach Veranstaltungen und die Reinigung der Wasseranlagen.

Ende des Jahres erfolge eine Kostenermittlung

Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft soll sich um die Außenwände ihrer Wetterschutzeinrichtungen kümmern, um die Reinigung der Ticketautomaten und um die U-Bahn-Station sowie ihre Zugänge. Alles was grünt, fällt in den Aufgabenbereich des Grünflächenamtes.

Derzeit läuft bereits ein Versuch: Die MEG erledigt dabei die ebenerdige Reinigung. „Die Kosten dafür werden bis zum Ende des Jahres auch von der MEG getragen“, so Zentgraf. Ende des Jahres erfolge eine Kostenermittlung. Stimmt die Politik dann dem neuen Reinigungskonzept zu, muss sie auch darüber entscheiden, wie die Mehrkosten finanziert werden sollen. Die Stadtverwaltung schlägt dazu den Gebührenhaushalt vor, heißt: Der Bürger würde die höheren Kosten über die Straßenreinigung finanzieren.

Unklar ist noch, wie auf privaten Flächen die Sauberkeit erhöht werden kann und wie man mit Graffiti umgeht. Die Stadt hat dabei auch das Kaufhof-Gebäude im Blick, das viele Bürger inzwischen als Schandfleck empfinden.

Bessere Reinigung im Winterdienst versprochen

Versprochen ist schon jetzt eine bessere Reinigung im Winterdienst. Hier hatte es zuletzt massive Kritik von Bürgern und Kaufleuten gegeben, die unter Schnee und Eis in der Innenstadt litten.

Der Bürgerwerde mehr Sauberkeit in der Innenstadt als Gewinn empfinden und dies honorieren, auch wenn er dafür vielleicht zwei Euro mehr bezahlen müsse, so die umweltpolitische Sprecherin der SPD, Renate aus der Beek. Sie lobt die MEG, die sich „so stark in das Konzept einbinden lässt“.

Um auch in den Stadtteilenmehr Sauberkeit zu erzielen, hofft Renate aus der Beek darauf, dass sich künftig noch mehr Bürger engagieren. „Das Beste ist, wenn Bürger bei ,Mülheim räumt auf’ in ihrem Viertel selbst Hand anlegen. Stadt reinigen, und danach gibt’s Erbsensuppe. Das stärkt auch das Wir-Gefühl.“