Mülheim

Mülheim: Immer mehr Menschen können sich ihre Wohnung kaum noch leisten

Immer mehr Menschen in Mülheim können sich keine Wohnung mehr leisten. (Symbolbild)
Immer mehr Menschen in Mülheim können sich keine Wohnung mehr leisten. (Symbolbild)
Foto: imago/photothek
  • Tausende Menschen zahlen mehr für ihre Wohnung, als sie sich leisten können
  • Eigentlich gibt es eine naheliegende Lösung
  • Doch die geht aus einem bestimmten Grund nicht auf

Mülheim. In Mülheim können sich Tausende Menschen ihre Wohnung eigentlich gar nicht leisten. Das geht aus einer Analyse des Immobilienwirtschaftsinstuts Inwis im Auftrage der Stadt hervor.

Demnach geben in Mülheim 2400 Menschen mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aus. Laut der Überlastungsquote des europäischen Statistikamts Eurostat, die als EU-Konvention festgelegt wurde, gelten sie damit als finanziell überlastet.

Mülheim: Leerstehende Wohnungen oft teurer

Das Absurde: In Mülheim herrscht eigentlich kein Wohnungsnotstand. Denn circa 2400 Wohnungen stehen in der Stadt als Mietobjekte frei, weitere 1452 stehen als Eigentumswohnungen zum Verkauf.

Eine Lösung für die finanziell überlasteten Mieter wäre es, in eine günstigere Wohnung umzuziehen. Doch die knapp 2400 leerstehenden Mietwohnungen, sind oft noch teurer.

Darum sind die Mietpreise in Mülheim so hoch

Die allermeisten der Wohnungen gehören Privateigentümern. Während sich Wohnungsbaugesellschaften wie die städtische SWB an Mietpreisobergrenzen binden, machen das private Vermieter oft nicht.

Das kann mehrere Gründe haben. Einer davon ist: Manche Vermieter setzen eine höhere Miete an, um eine bestimmte, einkommensstarke Klientel anzusprechen.

Andere Vermieter wollen gar nicht mehr vermieten, weil sie mit Mietern schlechte Erfahrungen hatten. Einige Eigentümer wiederum lassen ihre Immobilien leerstehen, bis sie an einen Erben übergeben wurden. Dann gibt es noch Vermieter, die die rechtlichen Anforderungen für eine Vermietung als zu anstrengend empfinden.

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Neubau von bezahlbaren Wohnungen geplant

Die Stadt ist sich des gespannten Wohnungsmarkts schon lange bewusst: Seit 2014 versucht die Verwaltung, gegenzusteuern, sagt Stadtreferentin Iris Hofmann: „Die Stadtverwaltung hat sich in der Vergangenheit im Rahmen der Sozialhilfe um die Anliegen der Hilfe suchenden Bürgerinnen und Bürger gekümmert.“ Sprich: Die Stadt hilft Betroffenen dabei, Wohngeld zu beantragen, damit sie mit ihrem Einkommen unter die 40-Prozentgrenze kommen.

Ein zweiter Schritt: Für die kommenden Jahre fördert die Stadt den Neubau von bezahlbaren Wohnungen. „Insbesondere die SWB, die sich mehrheitlich im Besitz der Beteiligungsholding der Stadt Mülheim befindet, trägt Sorge dafür, dass günstiger Wohnraum erhalten oder neu geschaffen wird“, erklärt Iris Hofmann.

Durch die entstehenden Neubauten sollen weitere Wohnungen an die Mietpreisgrenze gebunden sein, so Hofmann.

 
 

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