In 464 Einzelfällen eingeschaltet

Foto: WAZ

Stabil, im positiven Sinn: So stellt sich die Arbeit der Regionalen Schulberatungsstelle in Mülheim dar, die gerade ihren Tätigkeitsbericht für die vergangenen anderthalb Jahre vorgelegt hat. Insbesondere die personelle Situation sei „erfreulich“ konstant geblieben, betont der Leiter der Einrichtung, Günter Waberg. Mit sechs Fachleuten, die fünf Vollzeitstellen besetzen, ist Mülheim auch im überregionalen Vergleich gut ausgestattet.

Im Schuljahr 2013/14 betreute dieses Team insgesamt 464 Einzelfälle, im Vorjahr waren es fast ebenso viele (453). Mit 55 Prozent kam die Mehrzahl der gemeldeten Kinder aus Mülheimer Grundschulen, gefolgt von den Gesamtschulen mit knapp 20 Prozent und den Gymnasien mit gut zehn Prozent..

Die Schulpsychologen sind bei ihren Einsätzen ausdrücklich darauf bedacht, die ratsuchende Familien wie auch die Lehrer gleichermaßen zu beteiligen So entfiel im vergangenen Schuljahr ein Drittel der insgesamt 2021 Beratungskontakte auf Lehrkräfte, knapp 30 Prozent auf Erziehungsberechtigte und gut 23 Prozent auf Schüler, seltener Schülerinnen: Mädchen machen nur etwa ein Drittel der Beratungsfälle aus, das gilt seit vielen Jahren unverändert, wie Günter Waberg aus Erfahrung weiß.

Eine auffällige Veränderung zeigt sich im jüngsten Vergleich allerdings: Der Anteil von Migrantenfamilien, die schulpsychologischen Beistand suchen und erhalten, stieg im Schuljahr 2013/14 gegenüber dem Vorjahr von 32,4 auf 40,5 Prozent. Gefragt nach möglichen Gründen, erklärt Günter Waberg: „Dies ist Ergebnis unserer schulnahen Tätigkeit. Die größte Nachfrage kommt von Schulen mit hohem Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien.“

Rund die Hälfte der 1429 Beratungstermine, die das Team im abgelaufenen Schuljahr wahrnahm, fanden vor Ort in den Schulen statt. Hier würden gerade auch Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund zuverlässig erreicht, meint Waberg. „In die Schulberatungsstelle kommen zu wenige. Aber die Familien sind immer pünktlich da, wenn man einen Termin mit Lehrern in der Schule macht. Die Schule als Beratungsort wird offenbar sehr ernst genommen.“

Dass meist die männlichen Erziehungsberechtigten dabei sind, dass sie oft das Wort führen, müsse man „mehr wertschätzen“, meint Mülheims leitender Schulpsychologe. Beratungseinrichtungen sollten selbstkritisch überlegen, wie sie mit Vätern umgehen. „Wir würdigen zu wenig das Engagement der Väter und sollten froh und zufrieden sein, dass sie sich bei schulischen Problemen einmischen.“

 
 

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