Mülheim

Immer mehr Staus auf Autobahnen im Revier: So will NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst das ändern

Autofahren auf der A40 macht oft nur bedingt Freude: Auf den Autobahnen im Ruhrgebiet ist ständig Stau.
Autofahren auf der A40 macht oft nur bedingt Freude: Auf den Autobahnen im Ruhrgebiet ist ständig Stau.
Foto: imago/Olaf Wagner

Mülheim. Ein bisschen Show gehört dazu. Wie aus einer Wolke taucht der neue Aldi-Lkw auf, Nebelmaschinen und Lichteffekte machen's möglich.

Immerhin: Es ist kein gewöhnlicher Lkw, den Aldi Süd sich angeschafft hat, sondern der erste Elektro-40-Tonner mit integrierter Kühlung überhaupt. Nahezu emissionsfrei soll der Sattelzug künftig Filialen im Ruhrgebiet beliefern. Nachdem der Mülheimer Konzern zuletzt eigene E-Tankstellen installiert hatte, ist klar: Aldi Süd will umweltfreundlicher werden - und darüber reden.

Grund genug für NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, persönlich zum Aldi-Süd-Logistikzentrum nach Mülheim anzureisen. Er nennt das Aldi-Projekt „vorbildlich“ und „zukunftsträchtig“.

Im Interview mit DER WESTEN spricht Wüst über die Zukunft auf den Straßen NRWs, Stau auf den Autobahnen - und darüber, ob ein Diesel-Fahrverbot kommt.

DER WESTEN: Wenn E-Mobilität die Zukunft ist, wie will die Landesregierung mehr Menschen und Unternehmen dazu bringen, aufs E-Auto umzusteigen?

Hendrik Wüst: Wichtig ist, dass wir in öffentliche E-Tankstellen investieren. Wenn die Sorge der Autofahrer ist, dass sie ihre Autos nicht aufladen können, werden sie nicht auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Diese Sorge wollen wir ihnen nehmen. Die Errichtung öffentlicher Ladestationen wird vom Land bereits gefördert.

Wenn künftig mehr E-Autos unterwegs sind, muss auch mehr Strom produziert werden. Und die Batterien der Wagen müssen nach ihrer Lebensdauer entsorgt werden. Schafft man durch E-Mobilität nicht neue Umweltprobleme?

Das könnte man so sehen, aber: Elektroautos fahren emissionsfrei. Das ist ein Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren. Das Paket, das Aldi Süd mit seinem Projekt fährt, ist optimal. Denn der neue Lkw nutzt ja Ökostrom. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll auch nach dem Willen der Landesregierung steigen.

Wenn E-Autos langfristig mit Ökostrom fahren, ist das klimafreundlich. Die Batterien müssen nicht zwangsläufig nach der Verwendung einfach entsorgt werden. Es gibt bereits Projekte, bei denen die Batterien weiterverwendet werden können. So braucht man für erneuerbare Energien zum Beispiel Zwischenspeicher für überschüssigen Strom. Dafür können alte Batterien schon jetzt verwendet werden.

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Zum Thema Umwelt und Autofahren gehört auch das Thema Diesel. Im hessischen Frankfurt etwa wird es ab 2019 ein Diesel-Fahrverbot geben: Kommt ein Fahrverbot auch in NRW-Städten?

Wir arbeiten mit aller Kraft daran, Diesel-Fahrverbote in NRW zu vermeiden.

Also wird es keine geben?

Sie sind vermeidbar. Ob es ein Verbot geben kann, das entscheiden die Gerichte.

Das Ruhrgebiet ist Stau-Region, Baustellen machen Autobahnen wie die A40 zum Nadelöhr. Was macht die Landesregierung, um Tausenden Pendlern das Leben leichter zu machen?

Im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 wird gerade in NRW viel in den Ausbau und Neubau der Autobahnen investiert. In NRW ist der politische Wille da, den Ausbau endlich voranzutreiben, der in der Vorgängerregierung gefehlt hat.

Wir sind froh über den Planungs-, Genehmigungs- und Bauhochlauf, den wir inzwischen erreicht haben. Wer so viel bauen darf wie wir, muss das möglichst koordiniert und möglichst schnell tun. Deswegen bauen wir zum Beispiel in der Verkehrszentrale Leverkusen die Stabstelle Baustellenkoordination auf. Deswegen hat der Bund als Baulastträger uns ermöglicht, für acht bereits laufende Baumaßnahmen mit den Baufirmen Beschleunigungen bei zusätzlicher Vergütung zu vereinbaren.

So verkürzen wir die Bauzeit von laufenden Maßnahmen unter anderem auf der A2, A3, A42 und A43 um insgesamt 107 Wochen. So bringen wir die Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen wieder auf Vordermann und halten die Verkehrsbeeinträchtigungen durch Baustellen so gering wie möglich.

 
 

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