Imkerverein will Freude an der Biene wecken

Schaut her, so leben die Immen: Imker Reinhard Netzeband zeigt Ina (9) und Marvin (12) beim Tag der offenen Tür im Imkerverein ein Bienenvolk.
Schaut her, so leben die Immen: Imker Reinhard Netzeband zeigt Ina (9) und Marvin (12) beim Tag der offenen Tür im Imkerverein ein Bienenvolk.
Foto: Michael Dahlke

Mülheim.. Welche Zutat kann zur Herstellung von Met, Marmelade, Waffeln und Lippenpflegestiften genutzt werden? Honig. Mitten im Grünen Mülheims wird dieses goldene Gut gewonnen, dessen Anwendungsgebiete extrem vielfältig sind. Beim Tag der offenen Tür des Imkervereins am Fährbaum stehen alle diese Güter auf dem Gabentisch.

Helmut Molitor, langjähriges Mitglied des Vereins offeriert diese den Besuchern. Ziel ist es aber nicht, Profit zu erwirtschaften, sondern „Menschen anzuregen, Imker zu werden“, erklärt der Vereinsveteran. Als er 1987 dem Imkerverein beitrat, hatte dieser 25 Mitglieder, vor vier Jahren sind es dann nur noch acht gewesen. „In letzter Zeit haben wir aber viel Zuwachs bekommen.“ Knapp 40 Mitglieder zählen die Imker nun, darunter auch einige Imkerinnen.

Manche bienenvölker überleben den harten Winter nicht.

Dabei teilen sich die Hobbyimker nicht die Bienenvölker, jeder von ihnen hat eigene Völker; Molitor hat momentan sogar zehn Stück. In einem Bienenvolk leben je nach Jahreszeit zwischen 15.000 und 70.000 Bienen. „Man muss keine zehn Bienenvölker pflegen, aber zwei sollte man schon haben, es kann nämlich sein, dass ein Volk den harten Winter nicht überlebt.“

Doch die kalte Jahreszeit ist bei weitem nicht die einzige Lebensbedrohung der Bienen. Es gibt viele Erreger und Pilzerkrankungen, die den fleißigen Arbeitern an den Kragen wollen. Darunter ist auch die Varroamilbe, die momentan verstärkt durch die Medienlandschaft geistert und für größere Bienensterben verantwortlich ist. Reinhard Netzeband, der erste Vorsitzende des Vereins, relativiert die Panik um die Milbe jedoch: „Mit Varroa ist es in den letzten Jahren nicht schlimmer geworden, als es schon in den letzten 40 Jahren war. Das größte Problem ist jedoch, die Milbe zu bekämpfen.“

Desensibilisierung gegenüber Bienen ist wichtig

All der Medienrummel führt zu viel Interesse in der Bevölkerung. So bekomme der Vorsitzende ständig Anrufe von Imker-Novizen, die gerne ein Bienenvolk im Privatgarten hätten. „Wenn wir mit den Leuten drüber geredet haben, wie die Tiere gepflegt werden müssen, kommen wir den Wünschen gern nach.“

Ein weiterer Aspekt des Tages der offenen Tür, der vor allem dem Vorsitzenden wichtig ist, ist das Desensibilisieren gegenüber Bienen. Kinder sollen sehen, dass Bienen nicht gefährlich sind. Selbst wenn es mal zum Bienenstich kommt, sei dies nichts Schlimmes. Lediglich aus einer Dose sollte man besonders im August im Freien nicht trinken, warnt Netzeband, denn ein Stich im Hals sei dann doch etwas brisanter.

Informationsbedürftige dürfen sich selbstverständlich jederzeit beim Imkerverein erkundigen – und auch Mitglieder werden immer gerne aufgenommen.

Wer Honigprodukte braucht, ist ebenfalls herzlich eingeladen, sich jederzeit beim Verein zu melden: unter 78 22 89 10.

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