IG Bau: Reinigungsbranche schmutzig

In der Gebäudereinigung in Mülheim läuft nicht alles sauber ab: Davon ist die IG Bau Mülheim-Essen-Oberhausen überzeugt. Sie fordert deshalb von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls, die Reinigungsbranche in Mülheim intensiver zu kontrollieren.

Im vergangenen Jahr habe das Hauptzollamt Duisburg lediglich 38 Kontrollen in der Gebäudereinigung gemacht – und das im gesamten Zollbezirk. „Viel zu wenig“, sagt IG Bau-Bezirkschef Peter Köster. Wo wenig kontrolliert werde, sei die Gefahr illegaler Machenschaften groß. Deshalb sei der Job, den die Zoll-Kontrolleure machten, auch enorm wichtig: Die FKS suche gezielt nach Schwarzarbeit und Lohn-Dumping. Ebenso nach Sozialmissbrauch. „Dazu zählen nicht gezahlte Abgaben für die Kranken-, Renten- Arbeitslosen- und Pflegeversicherung“, erklärt Peter Köster.

Für die IG Bau steht fest: „In der Gebäudereinigung muss den Arbeitgebern viel intensiver auf die Finger geguckt werden“, so Köster. Der Bezirksvorsitzende macht dabei jedoch deutlich, dass die mangelnde Kontrolle in der Regel nicht auf ein fehlendes Engagement der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zurückzuführen sei: „Es ist in erster Linie ein Personalproblem.“

Im Fokus der Kontrollen müsse immer wieder der Branchen-Mindestlohn, der in der Gebäudereinigung gilt, stehen: Wer Büros, Wohnungen oder Krankenzimmer putzt, müsse dabei mindestens 9,80 Euro pro Stunde verdienen. Bei Glas- und Fassadenreinigern sind es 12,98 Euro. Überstunden, bedingt durch nicht einhaltbare Zeitvorgaben, würden oftmals aber nicht vergütet.