Hotelgäste in Mülheim unzufrieden über Erreichbarkeit

Die Hotelroute ist für auswärtige Gäste offenbar oft keine Hilfe.
Die Hotelroute ist für auswärtige Gäste offenbar oft keine Hilfe.
Foto: WAZ
Hotelgäste in Mülheim sind mit der Verkehrsführung und der Erreichbarkeit der Hotels unzufrieden. Viele irren selbst mit Navigation stundenlang durch die Stadt auf der Suche nach ihrem Gästehaus. Laut einer Umfrage war von 100 Befragten jeder zweite Gast unfrieden.

Mülheim. Hoteliers berichten von deutlichen Beschwerden zahlreicher Gäste über die Verkehrsführung in Mülheim. „Insbesondere die Hotels in der Innenstadt sind betroffen“, erklärt der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Niederrhein (Dehoga), Thomas Kolaric, im Gespräch mit der WAZ. Die Erreichbarkeit der Hotels werde oft als mangelhaft beschrieben.

Kolaric zitiert aus Befragungen, die die heimischen Hoteliers unter auswärtigen Gästen durchgeführt haben: „Bin 45 Minuten durch Mülheim geirrt. Selbst das Navi fand das Hotel nicht.“ Oder: „Gefühlte zwei Stunden durch Mülheim gefahren und habe das Hotel gesucht.“ Von 100 Befragten in einzelnen Hotels, so Kolaric, bemängelte jeder zweite Hotelgast die Verkehrsführung .

"Es kehrt nie Ruhe ein"

Jörg Thon, der Vorsitzende der Dehoga-Kreisgruppe Mülheim, bestätigt die Erfahrungen: „Ich lebe jetzt seit 25 Jahren in der Stadt. Es kehrt nie Ruhe ein, immer wieder wird an der Verkehrsführung gearbeitet, es wird umgebaut, umgeleitet. Zeitweise gibt es gleich drei, vier Baustellen.“ Für die Hotels ist das Negativ-Werbung, betont Kolaric. „Jeder Gast, der durch Mülheim geirrt ist, berichtet in seiner Heimat darüber und ist für uns ein schlechter Botschafter.“

Die Hotels in Mülheim sorgen mit all den Synergieeffekten für rund 215 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 3400 Arbeitsplätze hängen im weitesten Sinne von den Hotels ab. Mit Freude hat die Dehoga zur Kenntnis genommen, dass die Stadt erstmals diese Zahlen ermittelt hat und die Oberbürgermeisterin die Tourismusförderung zu einer wichtigen Aufgabe erklärt hat. Dazu gehöre es aber auch, so Kolaric, dass die gute Erreichbarkeit von Hotels gesichert werde. Dabei seien keineswegs immer teure Umbauten erforderlich: Eindeutige Hinweise, nachvollziehbare Straßenführungen täten es oft auch schon.

"Die Auslastungsquote liegt derzeit bei etwa 30 Prozent"

Nicht immer haben die Hoteliers das Gefühl, dass sie die nötige Wertschätzung erfahren. Mit Skepsis beobachten viele von ihnen die aktuelle Diskussion um ein weiteres Vier-Sterne-Hotel in Mülheim. Die Auslastungsquote liegt derzeit bei etwa 30 Prozent, wobei die Fachleute sagen, dass es unter 50 Prozent kritisch werde. Die Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr um 13 Prozent eingebrochen. Allein 15.000 Übernachtungen seien weggefallen, weil Firmen nicht gebucht hätten.

Ob ein weiteres Hotel erforderlich sei, will die Dehoga nicht beantworten: „Ich bin sicher, dass ein Investor, der den Markt analysiert, ein Hotel bauen würde, wenn er sich davon ein Geschäft verspricht“, so der Geschäftsführer. Hoffnungen setzen die Hotels auf den Ruhrtal-Radweg und nicht nur sie: „Radtouristen konsumieren gern“, heißt es.

 
 

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