Hohe Nachfrage nach Ruhrquartier-Wohnungen

Mirco Stodollick
Drei Gebäude werden am Altstandort der Stadtbibliothek das neue Ruhrquartier bilden.
Drei Gebäude werden am Altstandort der Stadtbibliothek das neue Ruhrquartier bilden.
Foto: WAZ FotoPool
Der Mülheimer Wohnungsbau hat nach eigenen Angaben schon mehr als die Hälfte der Wohnungen für das Ruhrquartier neben dem Rathaus in Mülheim verkauft. Und das, obwohl noch nicht ein Stein gesetzt ist. Überrascht ist der Bauherr auch über die gute Mieternachfrage.

Mülheim. Die riesige Baugrube an der Stelle, wo die Stadtbücherei stand, füllt sich langsam mit einer groß dimensionierten Beton-Bodenplatte. Der Mülheimer Wohnungsbau (MWB) zeigt sich mit seiner millionenschweren Baustelle auf dem Ruhrbania-Baufeld 2 aktuell mehr als zufrieden. Man sei voll im Zeitplan, so MWB-Vorstand Jürgen Steinmetz. Die Genossenschaft berichtet gleichzeitig von Erfolgen bei der Wohnungsvermarktung, mit denen man zu diesem frühen Zeitpunkt selbst nicht gerechnet hätte.

„Schon über 50 Prozent verkauft“, titelte der MWB nun eine aktuelle Mitteilung zum Vermarktungsstand beim „Ruhrquartier“ für die örtlichen Medien, da nicht einmal im Ansatz zu erkennen ist, wie sich das dreiteilige Gebäude-Ensemble an der Ruhr an das Rathaus und Baufeld 1 anschmiegen wird. Aktuell wird die Bodenplatte für Tiefgarage und Kellerräume für die drei Gebäude erstellt. Bald wird dafür auch die alte Ruhrstraße, die derzeit noch als Baustellenzufahrt dient, verschwinden. Hier werden Betonpfähle in den Untergrund zu setzen sein, um dem Bauvorhaben die nötige Stabilität zu geben.

Ruhrquartier soll 2015 bezugsfertig sein

Eigentlich, so Prokurist Thomas Weber von der vermarktenden Sparkassen-Immobilientochter FDL, „möchten sich viele Käufer das Haus oder die Wohnung erst ansehen, bevor sie sich zum Kauf entschließen. Das ist hier ganz anders.“ Das Ruhrquartier entpuppe sich als Selbstläufer, mehr als die Hälfte der Eigentumswohnungen seien schon verkauft. Das sei „überdurchschnittlich gut“. MWB lässt im Ruhrquartier 52 Eigentumswohnungen mit Größen von 65 bis 242 m2 bauen. Sie sind für 167- bis 800.000 Euro am Markt, möglich ist zusätzlich der Kauf eines Tiefgaragen-Stellplatzes für 24.000 Euro. Im marktseitig entstehenden Gebäuderiegel an der Friedrich-Ebert-Straße werden 48 Wohnungen à 47 bis zu 152 m2 zu mieten sein, bei durchschnittlicher Nettokaltmiete von 10 Euro/m2. Auch dort, so Steinmetz, sei die Nachfrage schon gut, „das überrascht etwas“.

Ende 2015 soll das Ruhrquartier bezugsfertig sein. Laut Steinmetz laufen vielversprechende Gespräche auch für die Gewerbeeinheiten (40-740 m2), die sich in einem zur Bahnstraße ausgerichteten Gebäudeteil über sämtliche Etagen erstrecken. „In vier, fünf Wochen können wir dazu vielleicht schon mehr sagen“, deutete er schon Vertragsabschlüsse an. Auch unter einer Arkade an der Marktseite sollen fünf, sechs Lokale für Gewerbe und Dienstleistungen entstehen.

Vielleicht habe an dieser Stelle auch Gastronomie gute Aussichten, wenn erst der Marktplatz hergerichtet sei, so Steinmetz. Der Gastronomie-Schwerpunkt im neuen Ruhrquartier soll aber an der Ruhrpromenade liegen.