Hoffnung für den Ringlokschuppen

Neu soll es werden und doch beim Alten bleiben. 2015 wird eine Herculesaufgabe, sagt Frense.
Neu soll es werden und doch beim Alten bleiben. 2015 wird eine Herculesaufgabe, sagt Frense.
Foto: Tobias Appelt / WAZ FotoPool
Mit einer deutlichen Reduzierung der Mannschaft will Matthias Frense die Theaterspielstätte zukunftsfähig machen. Er setzt auf Hilfe vom Land.

Mülheim.. Einen Tag, nachdem die existenzbedrohende finanzielle Schieflage im Ringlokschuppen bekannt geworden ist, nahmen Freitag die beiden Geschäftsführer Peter Krause und Holger Bergmann zur Entwicklung Stellung. Zuvor haben sie mit ihren Unterschriften unter den Auflösungsverträgen den Rückzug angetreten. Das ist eine der Voraussetzungen für das Zukunftsszenario, das eine geordnete Überführung des Ringlokschuppens in eine neue Struktur vorsieht. Außerdem sollen noch vier weitere Mitarbeiter ausscheiden, mit denen noch über Auflösungsverträge verhandelt wird.

Zwei Mitarbeitern wurde bereits gekündigt. Somit würde sich die Zahl von 18 festen Mitarbeitern auf zehn reduzieren, wobei es sich nicht bei allen um Vollzeitkräfte handeln soll. Hinzu kommen noch einmal knapp 20 Honorarkräfte. Die Verhandlungen über ein mögliches Zukunftsszenario führt Matthias Frense, der zusammen mit Kulturdezernent Ulrich Ernst und Hendrik Dönnebrink am Mittwoch auch die Fraktionen über die finanzielle Not des Vereins informiert hat.

Ein projektreiches Jahr

Dass er sich zum Pressegespräch verspätet, zeigt schon, wie intensiv um die Rettung der kulturellen Institution gerungen wird. Hoffnungen setzen die Mitarbeiter des Ringlokschuppens wie auch die der Verwaltung auf Hilfen des Landes oder einer Stiftung, um das Überleben zu sichern. Die Stadt, so viel steht fest, kann finanziell nicht helfen, zumindest nicht in der geforderten Größenordnung. Das hat die Bezirksregierung auf Anfrage des Kämmerers schon klar gemacht, wie es gestern hieß.

„Die finanzielle Situation war schon immer prekär“, erklärte Krause gestern. Häuser wie der Ringlokschuppen, der schon seit Jahren kein soziokulturelles Zentrum, sondern ein Produktionshaus ist, seien chronisch unterfinanziert. Man erhalte zwar eine Förderung des Stadt (netto, abzüglich Miete für die MST 500.000 Euro) und vom Land, das reiche aber nicht um die Fixkosten zu decken. 2008 und 2010 waren Bergmann & Co. federführend für das Programm. Auch dafür wurde Personal eingestellt, von dem man sich aber nicht rechtzeitig getrennt habe, räumte Krause ein. Das Budget für Projekte sei auf 2,8 Millionen Euro angewachsen. In diesem projektreichen Jahr sogar noch weiter.

 
 

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