Hilfe für den Start ins Leben

Die WAZ-Aktion „Jolanthe 2015“ unterstützt die Familienhebammen: Jennifer Jaque-Rodney, Sabine Uppenkamp, Kerstin Neuhaus, Desiree von Bargen (v.l.).
Die WAZ-Aktion „Jolanthe 2015“ unterstützt die Familienhebammen: Jennifer Jaque-Rodney, Sabine Uppenkamp, Kerstin Neuhaus, Desiree von Bargen (v.l.).
Foto: WAZ FotoPool
Die WAZ-Aktion „Jolanthe 2015“ unterstützt die Mülheimer Familienhebammen. Die vier Frauen helfen Eltern und Kindern mit besonderem Bedarf.

Mülheim.. Sie arbeiten im privatesten Bereich, den man sich vorstellen kann: In unsicheren Familien, die dringend Hilfe brauchen in einer besonderen, für sie belastenden Situation: Ein Baby kommt auf die Welt. Familienhebammen sorgen dafür, dass der Start ins Leben ein guter wird, fürs Kind und seine Eltern. Das Team um Jennifer Jaque-Rodney unterstützt junge Eltern, die keine Hilfe haben, minderjährige und unvorbereitete Mütter, sozial isolierte Frauen, psychisch instabile Frauen, überforderte Väter, Frauen aus anderen Kulturen und Eltern, deren Babys besonderen medizinischen Bedarf haben.

Den Familienhebammen und ihrer Arbeit kommt die WAZ-Aktion „Jolanthe 2015“ zugute. Wie seit vielen Jahren beginnt um 12 Uhr am Neujahrsmorgen beim launigen Frühschoppen am Wasserbahnhof mit einem Losverkauf die diesjährige Spendenaktion.

Losverkauf am Neujahrsmorgen

Die Familienhebammen gibt es in Mülheim seit 2012. An der Wallstraße 5 haben sie ihr kleines Büro, dahinter ist ein Raum, der für Beratungsgespräche, Untersuchungen an Schwangeren und Babys sowie Geburtsvorbereitungskursen genutzt werden kann. Die vier Frauen, die sich gut zwei Stellen teilen, haben in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das von Beratungsstellen über Arztpraxen, Behörden und Krankenhäuser reicht. Mit dem Ziel, früh genug Kontakt zu den werdenden Müttern und Familien zu bekommen. Diese „Frühen Hilfen“ gehen auf eine Bundesinitiative zurück und umfassen die Zeit vor der Geburt bis zum ersten Lebensjahr des Kindes.

Was das Mutter-, das Elternsein ausmacht, stellt sich eben nicht immer von alleine ein. „Was ich selbst nicht von meiner Mutter bekommen habe, kann ich auch an mein Kind nicht weitergeben“, formuliert Jennifer Jaque-Rodney das Problem, das vielen der betreuten Familien zugrunde liegt. „Bindungsarbeit“ nennt die erfahrene Hebamme ihre Haupttätigkeit. Familienhebammen vermitteln den Frauen, wie sie einen guten Kontakt zum Kind bekommen, wie sie Signale, Bedürfnisse des Kindes erkennen können. Wenn das fehle, „werden Grundbedürfnisse des Kindes, Liebe, Zuneigung, die richtige Ernährung und Kleidung vernachlässigt.“ Satt und sauber, sonst nichts – woher soll eine 16-Jährige wissen, dass das nicht genügt, wenn sie es nie erfahren hat? Auch reifere Karrierefrauen können mit einer plötzlichen Schwangerschaft überfordert sein. Unsichere Familien produzieren unsichere Kinder: „Kinder müssen wissen: Ich kriege immer die gleiche Antwort.“ Dass sich jemand kümmert, wenn es schreit, es füttert, es liebkost.

Im letzten Jahr haben die vier Familienhebammen 100 Frauen betreut, in 2014 sind es schon jetzt wesentlich mehr. Ein Ergebnis der Hebammen-Arbeit hängt im Büro an der Wand: Ein Foto mit einer Runde zufrieden aussehender, properer Babys. Von Müttern und Vätern, die jetzt viel sicherer sind.

 
 

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