Hilfe bei der Bewerbung

„Stylisch“, das würden wohl Teenager sagen, wenn sie die Möbel beschreiben müssten, die im U-25-Haus stehen. Hell, freundlich - hier wirkt alles durchdesignt, im positiven Sinn. Jedenfalls sieht es nicht nach Behörde aus - und das ist gut so. Denn Beamtenstuben wirken auf Jugendliche gemeinhin nicht besonders attraktiv, aber genau die sind ja hier willkommen: U 25-Haus - da ist der Name Programm. Alle Jugendliche und junge Erwachsene, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, finden hier Beratung. Das fängt mit der ersten Orientierung an und endet auch noch nicht unbedingt, wenn tatsächlich eine Stelle gefunden worden ist.

Die eigentliche Beratung findet allerdings in den Schulen statt, hier gibt es eine enge Kooperation. Denn dort sind die Mitarbeiter vor Ort, sie gehen in die Klassen, stellen sich vor und stehen dann für Gespräche je nach Bedarf zur Verfügung. Ab und an finden die Treffen aber auch im U 25-Haus selbst statt. Dort gibt es Computer-Arbeitsplätze: Die Schüler können im Internet nach ausgeschriebenen Stellen recherchieren oder hier auch ihre Bewerbung tippen und ausdrucken.

Aus diesem Grund sitzen auch Lara Derksen und Fiona Skibbe hier. Lara ist 17 Jahre alt und geht in die zehnte Klasse der Schule am Hexbachtal. Sozialarbeiterin Fiona Skibbe hilft ihr bei der Suche nach einer Lehre in einem Optiker-Betrieb. Und sie sind da auch schon ein gutes Stück weiter.

Seit Beginn des Schuljahres macht Lara nämlich ein sogenanntes Langzeitpraktikum. Jeden Woche ist sie einen Tag im Betrieb. Für das Optiker-Handwerk hat sie sich, Lara ist Brillenträgerin, schon als Kind interessiert. Und dank des Praktikums beherrscht sie nun schon die ersten Handgriffe. „Ich kann Bügel zurechtbiegen und auch Gläser einsetzen.“ Mit dazu gehört aber auch der Kundenkontakt - er macht Lara besonders viel Freude. Gut kann sie sich noch an das erste Gespräch mit einer Kundin erinnern: „Das war eine ältere Dame. Sie konnte sich nicht für ein Brillen-Modell entschieden. Also habe ich ihr verschiedene gezeigt, auch aus unterschiedlichen Preis-Kategorien.“

Souverän ins Vorstellungsgespräch

Der Rückschluss: Lara besitzt auch ein Verkaufstalent. Deswegen hat Fiona Skibbe ihr auch geraten, nicht nur nach Lehrstellen in Optiker-Geschäften zu suchen, sondern auch im Verkaufsbereich. Die 17-Jährige hat auch schon ein erstes Vorstellungsgespräch hinter sich gebracht. Gut sei es gelaufen, berichtet sie strahlend. „Klar, ich war am Anfang ein bisschen aufgeregt. Aber ich konnte alle Fragen beantworten.“ Allerdings hat es noch nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Dennoch schaut Lara den nächsten Vorstellungsrunden motiviert entgegen.

„Souveränität - das ist durchaus ein Ziel für uns“, berichtet Hannah Leitzen. Und diese Souveränität wachse daraus, sich orientieren zu können. Genau das könnten die Jugendlichen in der Beratung lernen. „Da ist erst einmal die große Vielfalt. Über 400 Ausbildungsberufe gibt es. Da behalten Lehrer wie Eltern kaum den Überblick“, sagt die studierte Pädagogin.

Ein weitere Erkenntnis, die ihr wichtig ist: „Jede Frage ist erlaubt. Man muss sie nur stellen.“ Denn genau dadurch entstehe eben tatsächlich ein Überblick. Der Vorteil dabei: „Unsere Mitarbeiter sind dauerhaft vor Ort. Sie kennen die Schule und die jeweiligen Besonderheiten.“ Das bestätigt auch Lara: „Meine Schwester hatte schon Kontakt zu Frau Skibbe. Da wusste ich gleich Bescheid und hatte Vertrauen.“

 
 

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