Gut 50 Mülheimer interessieren sich für alternative Wohnformen

Der Hof der Dortmunder Wohnprojekt-Anlage „WohnreWir“ des Architekturbüros Post-Welters
Der Hof der Dortmunder Wohnprojekt-Anlage „WohnreWir“ des Architekturbüros Post-Welters
Foto: Architekturbüro Post-Welters

Mülheim.. Rund 50 Menschen jeden Alters sind in die Volkshochschule zur Auftaktveranstaltung „Neue Wohnformen“ gekommen. Gespannt verfolgen sie, was das von der Stadt Mülheim engagierte Moderatorenteam, der Architekt Norbert Post und die Projektentwicklerin Birgit Pohlmann aus Dortmund, über ihre Arbeit und das weitere Prozedere in Mülheim berichten.

Drei große Grundstücke hält die Stadt für innovative und generationenübergreifende Bauprojekte mit Gemeinschaftshaus vor, die von noch zu bildenden Baugemeinschaften umgesetzt werden können: in Eppinghofen am Klöttschen, in Speldorf an der Friedhofstraße und in Heißen am Fünter Weg, wie der Leiter des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung, Ralf Krapoth, vorstellt. Diese Standorte seien ­geeignet für eine Umsetzung heutiger Wohnbedürfnisse aufgrund veränderter familiärer und demografischer Strukturen. So habe die Stadt das „Handlungskonzept Wohnen“ beschlossen, Moderatoren für den Findungsprozess engagiert und die Bauleitplanung gezogen, so Krapoth. „Wir möchten die Ideen der Bürger kennen lernen, einen eigenen Mülheimer Weg finden“, so Birgit Pohlmann. „Wir wollen keine vorgefertigten Lösungen bieten.“

Jede der drei Flächen habe ihren eigenen Reiz. Am Klöttschen sei die innenstadt- und bahnhofsnahe Lage und das große Grundstück, auf dem sogar mehrere Projekte realisierbar wären, von besonderem Vorteil. In Heißen könnte ab 2014 durch den Umbau der Fünter Grundschule ein Bauen im Bestand realisiert werden. Das Speldorfer Grundstück sei direkt an der zukünftigen, voraussichtlich 2020 realisierten Radwegeverbindung gelegen. Nachdem das Team detailliert eigene, zum Teil preisgekrönte Projekte im Ruhrgebiet vorgestellt hat, stellen Anwesende umgehend Fragen zur Finanzierung, oder ob denn ein Aufzug für eine behindertengerechte Planung reiche.

Alles ist möglich

Ein Vertreter der bestehenden Wohnprojekt-Gruppe „Die Raumteiler“ zeigt sich interessiert am Standort Klöttschen und verweist Interessierte auf ihre Internetseite. Eine Besucherin wird ganz konkret und möchte von Norbert Post wissen: „Womit müssen wir denn finanziell rechnen, wenn wir uns zu zweit für den Klöttschen entscheiden?“

Nicht alle Fragen kann der Architekt präzise beantworten, da natürlich Kalkulationen erst gemacht werden können, sobald sich eine zukünftige Baugemeinschaft über die Form der Umsetzung einig geworden sei. Mit Bezug auf aktuelle Baupreise spricht er jedoch von einer geschätzten Summe von insgesamt 2500 Euro pro m2, welche ebenfalls die Kosten für das Grundstück, ein Gemeinschaftshaus und einen Aufzug beinhalte. Auch Mietlösungen seien von seinem Büro schon realisiert worden und natürlich ebenfalls denkbar.

[kein Linktext vorhanden] Eine ihrer Baugemeinschaften habe zum Beispiel konkret geplant und sei mit dem fertigen Konzept zu einer Wohnbaugesellschaft gegangen, die es dann für einen Mietpreis von 7,50 Euro pro m2 umgesetzt hätte, so Post. Auch ein Genossenschaftsmodell sei möglich, es komme allein auf die Gruppe an.

Nun seien die Bürger am Zug, so Birgit Pohlmann. Sie müssten sich bald entscheiden, ob sie eine Baugemeinschaft gründen möchten, um sich für ein zukünftiges Leben in einem generationenübergreifenden Wohnprojekt zu entscheiden.

"Möglichkeit der individuellen Mitgestaltung"

„Ich möchte vor allem nicht alleine alt werden und mich reizt auch die Möglichkeit der individuellen Mitgestaltung“, sagt Eva Krenz aus Broich, die mit einer Bekannten interessiert zugehört hat. Sie fühle sich bei der Vorstellung des Planungsprozesses eher unwohl, sie wolle sich aber jetzt Gedanken zum Wohnen im Alter machen, so die ­Bekannte, ebenfalls im mittleren ­Alter.

Obwohl die Vorstellung, ihr schönes Wohnumfeld am Kahlenberg aufzugeben, gar nicht leicht sei. In jedem Fall wolle man versuchen, Freunde mit ins Boot zu holen.

Der Speldorfer Standort komme für sie in Frage, vor allem weil man durch die Radwegeverbindung einen guten Anschluss habe und nicht auf ein Auto angewiesen sei, sind sich die Frauen einig.

 
 

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