Guerilla-Marketing an Hauswand

Der Dreck ist weg: Christina Cernoivanov, Cedrik Milhorst, Friederike Haske und Elisa Zöllner (v.l.) an der Hauswand.
Der Dreck ist weg: Christina Cernoivanov, Cedrik Milhorst, Friederike Haske und Elisa Zöllner (v.l.) an der Hauswand.
Foto: WAZ
Praktikanten sammeln auf ungewöhnlichem Wege erste Werbeerfahrungen. Kreative Freiheiten sagen den Berufsschülern vor allem zu

Mülheim.. Bei einem Praktikum werden Berufsanfänger für gewöhnlich an die Hand genommen, Erfahrungen sollen unter Aufsicht eines Berufsprofis gesammelt werden. Dass es aber nicht immer so steif strukturiert sein muss, beweist die Initiative „Schule macht Werbung“ des Unternehmens Deutsche Handarbeit, das Inhaber Marian Prill als Kreativlabel bezeichnet.

Das junge Unternehmen setzt bei seinen Praktikanten auf Eigenverantwortung und stellte die Berufsschnupperer Christina Cernoivanov, Elisa Zöllner, Cedrik Milhorst und Friederike Haske vor eine große Aufgabe: Die Vier sollten einen Kunden für eine Marketingmaßnahme suchen, das Konzept ausarbeiten und auch die kreative Arbeit eigenhändig umsetzen – einfach mal selbst Chef sein. So entstand mit sogenanntem „Guerilla-Marketing“ (siehe Kasten) ein Werbemotiv für die RWW an der grauen Styrumer Hauswand an der Von-der-Tann-Straße 19. „Ich war froh, dass wir unserer Kreativität freien Lauf lassen durften“, freut sich Elisa Zöllner.

Da bei der RWW mit Wasser hantiert wird, stand schon früh für die Berufsschüler fest, mit Selbigem zu arbeiten. Schnell war man da beim „Reverse Graffiti“ (zu deutsch: „umgekehrtes Graffiti“). Anstatt Farbe aufzutragen, sollte Dreck von einer schmutzigen Hauswand gezielt abgetragen werden.

"Wir machen immer was Cooles"

Dafür mussten zahlreiche Vorbereitungen getroffen werden. So skizzierten die Azubis die Motive vor, welche danach von einer Schlosserei ausgestanzt wurden. „Ich habe den Wasserhahn und den Tropfen entworfen“, berichtet Friederike Haske. Mit Hilfe dieser Schablonen und eines Hochdruckreinigers sprühten sie mit der reinigenden Kraft des Wassers das Motiv auf die Hauswand.

Cedrik Milhorst ist als letzter zum Praktikantenteam dazugestoßen, war aber sofort von der Vorgehensweise begeistert: „Ich war erstaunt, wie selbstständig wir arbeiten durften.“ Nach der Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten würde Cedric gerne im visuellen Marketing landen.

„Wir machen immer was Cooles“, verspricht Inhaber Prill. Diese Erfahrung hat die letzte im Bunde, Christina Cernoivanov schon im letzten Jahr gemacht, als sie beim ersten Praktikum bei Deutsche Handarbeit ein kleines Computer-Spiel für einen Kunden (mit-)entwickeln durfte. Das Ungewöhnliche und Neue hat sie besonders gereizt.

Zu guter Letzt startet Prill noch einen Aufruf: „Wir suchen einen Existenzgründer für unser nächstes Projekt.“ Dabei gilt für ihn: „Unsere Kunden kriegen nicht, was sie wollen, sondern was sie brauchen.“

 
 

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