Gemeinde Broich-Saarn will Gebäude aufgeben

Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

Die Evangelische Kirchengemeinde Broich-Saarn beabsichtigt, die Nutzung der Christuskirche am Lindenhof sowie des benachbarten Gemeindehauses mittelfristig aufzugeben. Auch vom benachbarten Pfarrhaus (Schneisberg 54) und Küsterhaus (Schneisberg 52) möchte sich die Evangelische Kirchengemeinde trennen. Am Ort erhalten bleiben soll hingegen das kürzlich erst für die U3-Betreuung ausgebaute Familienzentrum Lindenhof. Das Gemeindehaus an der Wilhelminenstraße soll im Zuge dieser Neuordnung umgebaut werden. Die Überlegungen dazu wurden in einer Gemeindeversammlung vorgestellt und diskutiert und anschließend in der Presbyteriumssitzung beschlossen.

Grund für die geplanten Gebäudeaufgaben ist die Finanzentwicklung in der evangelischen Kirche. Mit gleichbleibenden Bauunterhaltungskosten wären die Ausgaben für die Aufgaben der Gemeinde Broich-Saarn nur aus Rücklagen zu finanzieren. Die Rücklagen der Gemeinde mit 11 100 Mitgliedern sind nach derzeitigen Prognosen im Jahr 2017 dafür aber nicht mehr ausreichend. „Mit diesem Schritt können wir die Finanzierung unserer Arbeit mittelfristig sichern“, erklärt Pfarrer Thomas Jantzen, Vorsitzender des Presbyteriums. Die Gemeinde Broich-Saarn verfügt bislang über drei Gottesdienststätten. Nach einer Schließung der Christuskirche verbleiben noch die Kirche an der Wilhelminenstraße in Broich und die Dorfkirche in Saarn. Beide sind denkmalgeschützt und waren die jeweiligen Gründungskirchen der Gemeinden in Broich und Saarn.

2011 waren diese Gemeinden zur Evangelischen Kirchengemeinde Broich-Saarn fusioniert. Eine Gebäudestrukturanalyse hatte zuletzt gezeigt, dass der Raumbedarf der Gemeinde auch in den verbleibenden Gottesdienststätten und Gemeindezentren gedeckt werden kann. „Bei der Gemeindeversammlung haben wir zwar einige Traurigkeit, aber auch viel Verständnis für die Pläne erfahren“, berichtet Pfarrer Thomas Jantzen.

Im Zuge einer Machbarkeitsstudie ermittelt ein Architekturbüro derzeit, welche Möglichkeiten für die vier aufzugebenden Gebäude bestehen. Möglich seien dabei viele Varianten, von der kirchennahen Folgenutzung bis zu einem kompletten Rückbau. „Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden bis spätestens zum kommenden Frühjahr vom Presbyterium beraten und dann wiederum in einer Gemeindeversammlung vorgestellt werden“, erklärt Jantzen. Bis Ergebnisse vorliegen, wird die Gemeinde die Christuskirche am Lindenhof weiter als Gottesdienststätte nutzen.

 
 

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