Gemälde als Spiegelbild der Seele

Die Mülheimer Künstlerin Nahid Abedian (50) vor ihren Werken im Rathaus.
Die Mülheimer Künstlerin Nahid Abedian (50) vor ihren Werken im Rathaus.
Foto: WAZ FotoPool
Die iranisch-deutsche Künstlerin Nahid Abedian Zadeh stellt im Mülheimer Rathaus aus.

Mülheim.. Der Frühling ist mit den Bildern der Künstlerin Nahid Abedian Zadeh ins Rathaus eingekehrt. Ihre dreizehn großformatigen Bilder, betitelt mit „Frühlingsblüte“, „Mehr Freude“ oder „Romantik“, zeigen üppige Blüten oder bunte Blumenwiesen, zum Teil in abstrahierter Form. Einige der dynamischen Arbeiten sind in Grau- und Rosatönen gemalt und lassen dem Betrachter Raum für Fantasie.

Frühlingsmotive auf dem Flur

„Ich male mich selbst. Was der Betrachter wahrnimmt, ist seine Sache“, erklärt die gebürtige Iranerin, die seit dem Jahr 2000 in Mülheim lebt und arbeitet. Die Gemälde bezeichnet sie als Spiegelbild ihrer Seele. „Manche meiner Bilder sind traurig, manche fröhlich“, so die Künstlerin. Ein Bild hat die Malerin „Grauzone“ betitelt, weil es ihr an diesem Tag nicht so gut ging. Ein anderes, vor Energie strotzendes Werk trägt den passenden Titel „Vulkan“. „Während des Malprozesses habe ich gar nichts gedacht, sondern nur meine Emotionen gemalt. Jedes meiner Bilder soll für sich sprechen“, so die 50-Jährige. Sie fertigt ihre Arbeiten in Öl-, Acryl- und Aquarellier-Technik an. Ihre kulturelle Herkunft fließt in die Arbeiten mit ein, die einem realistischen, naturgetreuen Ansatz folgen. Für die Ausstellung im Rathaus hat die Mülheimerin neun neue Bilder gemalt und vier älteren Datums ausgewählt. Vorwiegend nachts, wie sie verrät, arbeitet sie in ihrem Atelier bei sich zu Hause. Sie empfindet ihre Bilder nur zu einem Teil als orientalisch. „Ich wollte schon immer im Westen leben“, sagt Nahid Abedian, die in Bochum Kunst und Grafik studiert hat und als Ergotherapeutin arbeitet. „Und ich nutze für meine Kunst einfach das Beste aus beiden Kulturen.“

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld eröffnete die Ausstellung

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld eröffnete die Ausstellung in der 1. Etage des Rathauses, in der sogenannten „Ratsspange“. Dort liegen die Sitzungssäle und die Besucher-Frequenz ist hoch. „Das Feedback auf die wechselnden Ausstellungen ist sehr positiv“, freut sich OB Mühlenfeld. Die aktuelle Schau bezeichnet sie als „zufälliges Geschenk“. Sie selber hatte Werke in der letzten Ausstellung der iranisch-deutschen Künstlerin bei „Haus und Grund“ gesehen und war davon so angetan, dass sie diese für eine Ausstellung im Rathaus vorschlägt.

„Dieser Ausstellungsort ist ein begehrter“, so die Oberbürgermeisterin. „Hier erhalten verborgene Talente die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu zeigen“. Seitdem das Rathaus renoviert wurde, finden an diesem Ort regelmäßig wechselnde Ausstellungen Mülheimer Künstler statt. Die Bilder von Nahid Abedian werden dort rund zwei Monate lang hängen.

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