Gelenk- und Sportklinik etabliert sich am Flughafen

Dr. Baher Husain, Dr. Adam Peszko und Dr. Klaus Wilsenack (von links) in einem der lichtinszenierten Glas-OP-Sälen.
Dr. Baher Husain, Dr. Adam Peszko und Dr. Klaus Wilsenack (von links) in einem der lichtinszenierten Glas-OP-Sälen.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Drei junge Ärzte wagten die Kooperation
  • Zentrum aufgebaut, das bis zur Nachsorge alles bietet
  • Offizielle Klinikzulassung ist beantragt

Mülheim.. Der eine ist vom anderen Trauzeuge, dieser wiederum Patenonkel des Kindes von Kollege 3, zwei aus dem Trio haben noch zusammen ein Haus. Freunde sind die drei Doktoren Baher Husain (43), Klaus Wilsenack (43) und Adam Peszko (39) sowieso: Ja, wenn das keine guten Startbedingungen sind für die ambitionierte Unternehmung der drei: Seit Oktober betreibt das Trio eine Gelenk- und Sportklinik am Flughafen (Brunshofstraße) – und ist hochzufrieden mit dem Start.

Aus dem alten Lagerstandort von Roeser Medical ist ein schickes wie räumlich großzügiges medizinisches Versorgungszentrum geworden, davon überzeugten sich jetzt auch Vertreter der Mülheimer Wirtschaftsförderung, die bei der Ansiedlung behilflich waren. Eine Gelenk- und Sportklinik, die laut Husain mittels einer angedachten Kooperation mit einem Facharzt für Hand- und Fußchirurgie Standard-Operationen an allen Extremitäten abdecken will, paart sich vor Ort mit einem OP-Zentrum, in dem kooperierende Ärzte sich einmieten können, direkt angedockt sind eine Physiotherapie (Novotergum) und eine Orthopädietechnik (Orthopädia). Bis zur Nachsorge ist alles unter einem Dach vereint, Komplettversorgung möglich – auch für Kassenpatienten.

Schon hunderte Eingriffe am Knie seit Oktober 2015

600 bis 800 ambulante Eingriffe im Knie zählt die Klinik schon seit Oktober. Eine offizielle Klinikzulassung ist laut Husain beantragt, dann ist es Patienten möglich, bis zu vier Tage stationär zu verweilen. Sechs tagesstationäre Betten stehen zur Verfügung, 18 Mitarbeiter hat die junge Gesellschaft bürgerlichen Rechts, 40 Parkplätze direkt auf dem Grundstück zählen die Betreiber als Vorteil des bewusst an der Stadtgrenze zu Essen ausgewählten Standorts.

Komplett kernsaniert ist die alte Lagerstätte, von einem derart großzügigen Warteraum dürften Patienten anderer überfüllter Orthopädie-Praxen nur träumen. Gar zwei Laptops sind an Bartischen installiert – freies Wlan inklusive. Wirtschaftsförderer Jürgen Schnitzmeier zeigt sich beeindruckt: „Manche Klinik wäre froh, dieses Niveau zu haben“, freut er sich über die schnelle Revitalisierung jener Spezialimmobilie.

„Plant die Stadt noch mal eine Straßenbahn zum Flughafen, oder eher nicht?“, wollte Gründer Peszko schließlich noch von Schnitzmeier wissen. Da musste der Chef-Wirtschaftsförderer enttäuschen. Radweg statt Straßenbahn – für Orthopädie-Patienten oft wohl keine Alternative. . .

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