Geld fehlt: Stadtumbau in Mülheim muss billiger werden

Mirco Stodollick
Foto: Oliver Müller
  • Konzentration vorerst auf Leineweberstraße, Forum-Entree und Kreuzung am Kaiserplatz
  • Der Kaiserplatz selbst und die Bachstraße sollen erst ab 2019 in Angriff genommen werden
  • Alleen-Lichtung: Landschaftsbeirat pocht auf sein mögliches Vetorecht

Die Neugestaltung von Leineweberstraße und Kaiserplatz ist bei einer Gegenstimme von Lothar Reinhard (MBI) beschlossene Sache. Weil nicht genug Geld da ist, will die Stadt ihr Innenstadt-Projekt allerdings scheibchenweise realisieren. Fast die Hälfte der Alleebäume (18 von 41) an der Leineweberstraße sollen gefällt werden. Der Landschaftsbeirat kritisiert, dazu bislang nicht gehört worden zu sein.

Es war eine nochmals abgespeckte Beschlussvorlage, die das Planungsamt nun zur Abstimmung stellte. Das Streitthema, ob die Leineweberstraße in Ost-West-Richtung für den Verkehr freigegeben werden sollte, war von vornherein ausgespart – wohl auch, um nicht zu riskieren, ob der politischen Unfähigkeit, hierzu eine Entscheidung zu treffen, aus der Förderperiode zum Innenstadt-Umbau zu rutschen. Nun sind auch noch die Neugestaltung der heutigen Parkplatzfläche am Kaiserplatz und der Bachstraße ausgespart worden, beides soll 2019 in Angriff genommen werden. Begründung: Dafür reicht das Geld nicht. Von Anfang an war allerdings klar, dass für das Großprojekt nur 1,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen würden.

Starten will die Stadt 2017 an der Leineweberstraße, zunächst soll der nördliche Rad- und Fußgängerbereich attraktiver gestaltet werden. Die Straße soll barrierefrei werden, mit maximal drei Zentimetern Absenkung hin zur Fahrbahn. Den Übergang zur Altstadt wird die Stadt sichtbarer machen – mit einer Überpflasterung der Straße. Der Radverkehr soll besser organisiert werden, in Richtung Berliner Platz nur noch als Einrichtungsverkehr, in Richtung Kaiserplatz auf einem Schutzstreifen der Fahrbahn.

Schon im nächsten Jahr sollen allein am nördlichen Rand der Leineweberstraße zwölf Platanen fallen, nur zwei Ersatzpflanzungen sind vorgesehen. Im Planungsausschuss am Dienstag beklagte Dr. Peter Keil als vom BUND entsandter sachverständiger Bürger, dass der Landschaftsbeirat zu der massiv vorgesehenen Lichtung der geschützten Allee nicht befragt worden ist. Bei wesentlichen Änderungen habe dieser gar ein Vetorecht. Die Stadtverwaltung hält die Ausdünnung um fast jeden zweiten Baum für vertretbar. Dies schränke den Alleencharakter nicht ein. Planungsamtschef Jürgen Liebich betonte, durch die Ausdünnung der Allee könnten 2018 drei zusätzliche Stellplätze geschaffen werden (27 statt 24).

Die Kreuzung am Kaiserplatz soll aufgeräumt werden, eine Linksabbiegerspur Richtung Dickswall entfallen. Am Dickswall soll die Allee fortgeführt werden. Der Platz vor dem Forum wird neu gestaltet, in Anlehnung an die Leineweberstraße. Die enge Rampe und die Treppenanlage sollen durch eine neue Treppenanlage mit Sitzstufen ersetzt werden.