Geister, Klänge, Lichteffekte

Zum ersten Mal dabei: Das Theater an der Ruhr wird bei der Extraschicht ähnlich illuminiert sein wie bei den Weißen Nächten (im Bild).
Zum ersten Mal dabei: Das Theater an der Ruhr wird bei der Extraschicht ähnlich illuminiert sein wie bei den Weißen Nächten (im Bild).
Foto: TAR

Mülheim.. Das Ruhrgebiet legt die zwölfte Extraschicht ein – und sprengt dabei alle Kulturhauptstadt-Rekorde. 53 Spielorte – 2010 waren es „nur“ 50 – beteiligen sich zwischen Hamm und Duisburg am Samstag, 30. Juni, an der Nacht der Industriekultur. Auch in Mülheim ist mehr los als in den Vorjahren: Erstmals ist das Theater an der Ruhr dabei. Es wartet, ebenso wie Müga und die RWW-Museen Aquarius und Haus Ruhrnatur, die alle drei ihr 20-jähriges Bestehen feiern, mit einem sehens-, hörens- und erlebenswerten Programm auf.

Eigentlich, sagt Jessica Lehmann, muss man nicht mehr erklären, was die Extraschicht ist, denn die Extraschicht sei „Kult“. Die Mitarbeiterin der Ruhr Tourismus GmbH (RTG), die die ruhrgebietsweite Veranstaltung organisiert, verzichtet dennoch nicht ganz auf erklärende Hinweise: Der Sinn der Nacht sei, dass Menschen Industriekultur – immerhin „ein Alleinstellungsmerkmal der Region“ – und damit das „kulturelle Potenzial des Ruhrgebiets“ kennenlernen. Wie vielseitig und dehnbar „Industriekultur“ ist, offenbart aber der Blick auf die in Mülheim beteiligten Spielorte:

Theater an der Ruhr: Die Speldorfer sind erstmals mit von der Partie. Dabei spielt das Theater selbst in Industriekultur: Das Jugendstilgebäude wurde 1909 als „Heilort für Ruhrgebietskinder“ errichtet, wie Dramaturg Helmut Schäfer berichtet. Die Geschichte des Hauses zeigen Führungen. Bei dem Rundgang treffen die Teilnehmer zudem auf jene Figuren, sagt Schäfer, „die dieses Theater seit 1981 bevölkern“.

Klanginstallationen im Raffelbergpark

Doch nicht nur drinnen, auch draußen gibt es einiges zu erfahren und zu erleben. Eine Woche vor den Weißen Nächten soll der Raffelbergpark bereits bespielt werden: Videolandschaft, Geisterwanderungen, Klanginstallationen, Lesungen und Illuminationen sind geplant.

Müga: 20 Jahre ist es her, dass die Landesgartenschau eröffnet wurde. Diesen runden Geburtstag der Müga feiert die MST, wie es sich gehört: mit jeder Menge Geburtstagsständchen, Geburtstagsspielen und Geburtstagsaktionen.

Es wird viel Musik im Freien erklingen. Ein Höhepunkt ist sicherlich der Einsatz der Musical- und Jazz-Studenten der Folkwang Universität, die „dem Park ein Ständchen“ bringen. Außerdem spielt die Ruhr-River Jazzband, die bereits bei der Müga-Einweihung 1992 zu den Instrumenten griff. Besondere Mühe gibt sich das MST-Team wieder mit speziellen Lichtinstallationen. Denn Daniel Dreier von der MST hat festgestellt, dass es bei der Extraschicht „einen regelrechten Fototourismus“ gibt. Damit die Hobby-Fotografen schöne Motive haben, wird das Grün der aufwändig angestrahlt. Außerdem wird gegen 23.45 Uhr ein Feuerwerk entzündet. Das Spektakel wird organisiert in Kooperation mit dem...

[kein Linktext vorhanden]Haus Ruhrnatur: Im vergangenen Jahr öffnete das Museum der RWW auf der Schleuseninsel erstmals und zog laut Andreas Macat, der bei der RWW die Museen betreut, die Besucher zuhauf an. Es gehörte 2011 zu den zehn meistbesuchten Spielorten. Mit „Laufpublikum“, sagt Stefanie Krohn vom Haus Ruhrnatur, hatte das Team damals gerechnet, doch sich letztlich verrechnet: Die Menschen wollten nicht nur gucken, sondern wissen, was sie sehen. Führungen waren gefragt. Deshalb inszeniert das Haus Ruhrnatur diesmal eine „Zeitreise Ruhr“ zwischen Kassenberg-Brücke und Museum. Zwischenstopps sind unter anderem das Rückpumpen- und das Wasserkraftwerk. Die Führung wird durch Illuminationen, Nebel- und Geräuscheffekte in Szene gesetzt. Im Museum selbst soll dann in die Zukunft der Ruhr geblickt werden.

Aquarius: Bereits von Anfang an dabei ist das Aquarius Wassermuseum der RWW. In dem Wasserturm ist Anfassen ausdrücklich erlaubt und so werden die Besucher wieder zum Mitmachen motiviert. In Styrum dreht sich alles um die „Kulturgeschichte des Badens“ und die Zeit, als Samstag noch Badetag war, sagt Aquarius-Mitarbeiterin Beate te Kloot. Neben thematischen Führungen wird auch die passende Musik erklingen: etwa Hits der 20er-Jahre á la „Lass mich dein Badewasser schlürfen“. Dazu wird’s sportlich: Unter anderem können Besucher beim Bade-Dreikampf und beim Flipflop-Weitwurf mitmachen.

Ein Höhepunkt ist sicherlich auch der Besuch von Mechthild Großmann. Die Schauspielerin, die als Staatsanwältin aus dem Münsteraner Tatort bekannt ist, wird mit ihrer markanten Stimme Texte in Sachen „Baden“ lesen.

Die Extraschicht beginnt am Samstag, 30. Juni, um 18 Uhr – auch im Aquarius geht es nicht früher los, auch wenn im Programmheft irrtümlicherweise etwas anderes angekündigt wurde. Alle Spielorte sind bis 2 Uhr geöffnet. Shuttlebusse fahren in dieser Zeit im 15-Minuten-Takt durch Mülheim und auch in angrenzende Städte. In Mülheim wird zudem zwischen Schleuseninsel und Aquarius ein Fahrradshuttle eingerichtet. Karten kosten im Vorverkauf 14 € pro Person, an der Abendkasse sind sie für 16 € zu haben. Gruppenkarten für vier Personen gibt es zum Preis von 44 €. Näheres unter: www.extraschicht.de

 
 

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