Gehirn-OP - Spenden aus Mülheim retteten 13-jähriger Darya das Leben

Darya Anfang April 2013 bei einem Benefiz-Fußballspiel auf dem Platz des Mülheimer SV 07, das extra für sie organisiert worden war: Die Traditionself des FC Schalke 04 spielte gegen eine Mülheimer Stadtauswahl.
Darya Anfang April 2013 bei einem Benefiz-Fußballspiel auf dem Platz des Mülheimer SV 07, das extra für sie organisiert worden war: Die Traditionself des FC Schalke 04 spielte gegen eine Mülheimer Stadtauswahl.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Viele Mülheimer spendeten für Darya Ihnatava. Die 13-jährige Weißrussin musste sich einer Gehirnoperation unterziehen - und hat den Eingriff gut überstanden. „Der Arzt hat ein wahres Wunder vollbracht“, jubelt Alexander Wiegand. Der 71-Jährige aus Heißen hat Darya hierher geholt.

Mülheim-Heißen/Stadtmitte. Die 13-jährige Darya Ihnatava aus Weißrussland, für deren Überleben viele Mülheimer spendeten, hat ihre schwere Operation hinter sich. Sie sitzt im Hotel Handelshof und lächelt vorsichtig, während es aus Alexander Wiegand nur so heraussprudelt: Erleichterung, Dankbarkeit, fast Euphorie... Der 71-Jährige aus Heißen hat Darya hierher geholt.

Wie berichtet, wiederholte sich die Leidensgeschichte des „Tschernobyl-Kindes“, das bereits 2005 einen Gehirntumor hatte und im Ruhrgebiet behandelt wurde. So wie jetzt, unter Wiegands Obhut, begleitet von ihrer Oma Valentina Benz (61). Die vierte Operation in Daryas Leben wurde nun durchgeführt am 12. April im Düsseldorfer Uniklinikum durch den Neurochirurgen Prof. Dr. Hans-Jakob Steiger. Er ist führend in seinem Fach und hatte auch den verunglückten „Wetten, dass...?“-Kandidaten Samuel Koch operiert. Darya wurde früh um acht in den OP gebracht, „gegen halb vier durften wir sie auf der Intensivstation besuchen“, berichtet Alexander Wiegand.

"Wegen ihrer Krankheit gemobbt"

Schon am 17. April konnte das Mädchen die Kinderklinik verlassen. Darya hat keine Schmerzen mehr, trotz des schwierigen Eingriffs am Gehirn. „Der Arzt hat ein wahres Wunder vollbracht“, jubelt Alexander Wiegand. Aus Daryas Kopf entfernt wurde ein ausgeprägtes Hämangiom, eine Gefäßmissbildung, die offenbar gutartig war, aber auf das Gewebe drückte. ­Darya leidet an halbseitigen Lähmungen, kann den rechten Arm kaum benutzen, auch Gesicht und Bein sind deutlich beeinträchtigt.

Das Mädchen besucht zu Hause in Belarus die siebte Klasse einer Regelschule: „Sie wird wegen ihrer Krankheit gemobbt“, hat Alexander Wiegand von der Familie erfahren. Aber ihre Schulnoten seien gut. Darya malt gerne, gezwungenermaßen mit der linken Hand, und hat auch einen Traumberuf: „Modedesignerin möchte sie werden“ – die Großmutter, die etwas Deutsch spricht, übersetzt.

Therapiezentrum gewährt Sonderpreis

Am Dienstag beginnt ihre Therapie im Mülheimer Castillo Morales Centrum. „Wir wollen ein Programm erarbeiten, das Darya zu Hause durchführen kann“, erklärt dessen Leiter Jörg R. Prüß, „damit sich ihre Motorik verbessert.“ Physio-, Ergo- und Logotherapie soll der 13-Jährigen helfen. Je zwei Stunden morgens und nachmittags sind vorgesehen, drei bis vier Wochen lang. „Kostenlos können wir das leider nicht machen“, sagt Prüß. Aber man gewähre einen Sonderpreis: „Wir bleiben unter den Kassensätzen.“

Insgesamt 48.000 Euro an Spenden hat Wiegand für Darya gesammelt, davon nachweislich 19.500 Euro von Mülheimer Bürgern.

Grundschüler spendeten Taschengeld für Darya

Besonders bewegt haben Alexander Wiegand Spenden für Darya, die von Mülheimer Kindern kamen: Erstklässler der Grundschule am Sunderplatz (die seine kleine Tochter besucht) steuerten Taschengeld und Erspartes bei, insgesamt 217 Euro.

Die Caritas Mülheim stellt eigens ein Spendenkonto zur Verfügung: Nr. 706 500 10 bei der Bank im Bistum Essen, BLZ 360 602 95. Verwendungszweck: Spende für Darya.

 
 

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