Geführte Radtour der Kontraste

„Genussradler“ vor dem Start an der Radstation am Hauptbahnhof.
„Genussradler“ vor dem Start an der Radstation am Hauptbahnhof.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Das „Genussradeln am Abend“ erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zum Auftakt in diesem Jahr führten die ADFC-Guides auf unbekannten Wegen durch Mülheim – eine Feierabendtour für alle, die Mülheim und Umgebung einmal anders sehen wollen.

Mülheim.. Als es losgeht von der Radstation am Hauptbahnhof, sind wir 19 Radlerinnen und Radler. Eine beachtliche Gruppe, die mit dem ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, eine „Genusstour“ durch Mülheim unternimmt, die erste in diesem Jahr. „Angefangen haben wir zu viert“, erinnert sich Dietmar Prell, einer der beiden „Tourguides“ des ADFC Mülheim, an den Beginn des neuen Angebots „Genussradeln“ im letzten Jahr.

Inzwischen hat es sich schon herumgesprochen, dass man sich alle 14 Tage donnerstags unverbindlich der Gruppe anschließen kann. Eine Handvoll ADFC-Mitglieder ist diesmal mit dabei, aber viele Mülheimer radeln auch zum ersten Mal mit, entsprechend bunt ist die Gruppe. Vom sportlichen Mountain-Bike bis zum alten „Schätzchen“ mit rappelndem Schutzblech ist alles dabei, auch einige Pedelecs mit Elektrounterstützung. Das Alter der Teilnehmer: etwa „Mitte 40 plus“ – und aufwärts.

Infos vor dem Start

Bevor es losgeht, bekommen wir ein paar Informationen. Dass es heute Abend übers Hafengelände zum „Kaiserberg“ in Duisburg geht, dass wir den „Spaghettiknoten“ von oben und unten sehen werden. Dass die Tour, rund 25 km, im wesentlichen flach sein wird, aber dass das Ziel auf einer Anhöhe liegt, wozu man einige Treppenstufen überwinden müsse. Dabei werde jedem geholfen, und oben warte eine „fantastische Aussicht“.

Wir treten guten Mutes in die Pedale. Zuvor haben wir gelernt, dass unsere Gruppe – wir sind über 16 – als straßenverkehrlicher Verband gilt und zu zweit nebeneinander fahren darf. Dadurch, erläutern die Tourguides, werde man als Gruppe besser wahrgenommen.

Wir durchqueren die Stadt, fahren über die Konrad-Adenauer-Brücke, schlagen uns hinter der Ruhr rechts ins die Büsche und sind – ruck-zuck – im Hafen. Dort ist, nach 18 Uhr, kaum mehr ein Fahrzeug unterwegs, so dass unsere Gruppe unbehelligt fahren und schauen kann. Vorbei an Schrottplätzen, an Siemens, die Rheinstraße durch bis zum Nordhafen. An den Türmen des Malzwerks blicken wir auf die Ruhr. In einer Schleife geht’s zurück durch den Hafen, rein in die Hansastraße – und schon wird es wieder grüner: Das Rennbahngelände lassen wir samt Golfplatz rechts liegen und tauchen in die feierabendliche Ruhe des Raffelbergviertels ein. Ein paar stille Anwohnerstraßen, schon sind wir wieder im Wald.

Und ab geht's in den Wald

Auf Duisburger Gebiet passieren wir den Zoo und müssen ein Stück den Radweg an der Mülheimer Straße nutzen. Dann schlägt sich die Truppe wieder in den Wald: Einige Stufen sind zu überwinden, alle fassen mit an. Die schweren Pedelecs werden zu zweit getragen. Nach einer kleinen Steigung – die wir schiebend bewältigen – sind wir oben, auf dem Kaiserberg. An dem Aussichtspunkt mitten im Wald singen die Vögel gegen den von unten tosenden Verkehr der Autobahnen an, man kann hier sehr weit über Duisburg blicken.

D er weitere Verlauf der Tour führt uns über einen Waldweg ganz nah an die Autobahnen heran. Wir fahren unter dem Kreuz und später darüber hinweg – und ganz schnell ist es wieder grün, ländlich und idyllisch. Eine Radtour der Kon­traste! Längst sind wir wieder in Styrum. Am Fluss entlang und über die Ruhr hinweg geht es bis zur Müga über die Schloßbrücke zurück. Die Tourguides haben Wort gehalten: Es ist kurz nach 20 Uhr, gerade zwei Stunden sind wir gefahren. Und haben doch so viel gesehen.

Freizeitradler sind willkommen

Man muss nicht Mitglied im ADFC sein, jeder Radler (mit verkehrstüchtigem Drahtesel) ist beim „Genussradeln am Abend“ willkommen. Das bietet der ADFC bei (fast) jedem Wetter alle 14 Tage donnerstags an, wenn nicht gerade ein Feiertag ist. Der nächste Termin steht schon fest: Am Donnerstag nach Ostern, 24. April, geht es ca. 30 km durch Mülheim. Treffpunkt ist wie immer an der Radstation am Hauptbahnhof, Start: um 18 Uhr.

Die Touren dauern jeweils ca. zwei Stunden. Wohin es geht, wird vorher bekannt gegeben. Doch verspricht der ADFC, dass es auf bekannten und weniger bekannten Wegen immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. In gemütlicher Runde werden 20, 30 km geradelt, wobei man sich auch gut unterhalten kann. Kleinere Steigungen sind aber nicht ausgeschlossen!

Weitere Infos bei den ADFC-Tourenleitern Doro Kleine-Möllhoff 6949508 oder Dietmar Prell 490820. Weitere Infos über das gesamte Tourenangebot gibt es auf der Internetseite des ADFC Mülheim.

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