Gefährliche Rillen am Radweg

Bis zu fünf Zentimeter breit sind die Fugen neben der Radwegmarkierung. Wer dort hinein gerät, kann leicht das Gleichgewicht verlieren.
Bis zu fünf Zentimeter breit sind die Fugen neben der Radwegmarkierung. Wer dort hinein gerät, kann leicht das Gleichgewicht verlieren.
Foto: NRZ
An der Leineweberstraße können Radler stürzen, wenn sie neben den Markierungen mit dem Vorderrad in die Fugen zwischen den Steinplatten geraten. Sie sind bis zu fünf Zentimeter breit. Das Tiefbauamt verspricht Abhilfe.

Mülheim. Auf was Autofahrer schon seit Jahren warten, existiert für Radfahrer längst: ein Zwei-Richtungsverkehr auf der Leineweberstraße. Aber der ist nicht ungefährlich. Der Radstreifen ist mit 1,45 Meter (beziehungsweise 1,65 einschließlich Markierungen) recht schmal.

Da auf der einen Seite Laternen und Bäume den Radweg säumen und auf der anderen Seite die Straßenbahnschienen verlaufen, wirkt der Streifen noch enger. Wer unsicher im Sattel unterwegs ist, fühlt sich hier unbehaglich. Für einen Radweg mit Begegnungsverkehr gilt regulär eine Breite von 2 Metern. Aber hier könne man auch noch rechts und links der Begrenzung ausweichen, lautet die Rechtfertigung der Verwaltung. Aber die Ränder sind gerade das Problem.

Straßenbahnschienen sind für das Fahrrad tückisch

Die meisten Radfahrer fahren hier ziemlich in der Mitte. Wenn sich dann zwei Radler entgegenkommen, muss der eine manchmal die Begrenzungslinien verlassen, weil sich der entgegen kommende Radler nicht zum Rand orientiert. Wer aus Richtung Ruhr unterwegs ist, muss aufpassen, damit er dann nicht in tückische Rillen gerät. Dann kann das Fahrrad fast wie in einer Straßenbahnschiene stecken.

Das Sturzrisiko ist groß, denn der Radfahrer verliert, wenn er aus der Rille nicht rauskommt, das Gleichgewicht. Die Fugen zwischen den Platten sind neben der Begrenzung teilweise zwischen drei und fünf Zentimeter breit, so dass ein ganz normales Vorderrad eines Fahrrades hier komplett reinrutschen kann.

Höhere Kanten an einigen Stellen

Der Radweg ist sichtlich in die Jahre gekommen. Nur das erste Stück an der Stadtmitte-Kreuzung ist im tadellosen Zustand. Teilweise ist der Bordstein ausgebrochen, einige Gehwegplatten sind locker und höhere Kanten gibt es auch an mehreren Stellen.

Das Tiefbauamt kündigte gestern auf Anfrage der NRZ an, die breiten Fugen kurzfristig auszubessern, um die Unfallgefahr zu beseitigen. Mittelfristig ist der Umbau der Leineweberstraße vorgesehen, Mittel dafür sogar in der Investitionsplanung vorgesehen. Es fehlt aber noch ein politischer Beschluss über die Zukunft der Leineweberstraße, ob dort der Zwei-Richtungsverkehr realisiert wird, und wenn ja, in welcher Form. Die Entscheidung wurde bislang vertagt.

 
 

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