Ganz neu planen am Papenbusch

Andrea Müller
Die Siedlung an der Papenbuschstraße in Mülheim
Die Siedlung an der Papenbuschstraße in Mülheim
Foto: Fabian Strauch
Bezirksvertreter fordern einen neuen Bebauungsplan für das ehemalige Sportgelände in der Siedlung. Stadt soll auf MWB zugehen, den Denkmalschutz beachten und die Bürger einbeziehen.

Dümpten/Stadtmitte. Wann auf dem stillgelegten Betriebssportgelände in der Papenbusch-Siedlung einmal gebaut wird – und vor allem was – ist offen. Fest steht: Irgendwann ‘mal kann und soll dort gebaut werden. Die Politik – genauer gesagt die Bezirksvetretung 2 – hat die Verwaltung am Donnerstag aufgefordert, einen neuen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Mellinghofer Straße, Tiegelstraße und Papenbusch aufzustellen. Nicht festgelegt hat man sich, ob es sich um einen „normalen“ oder einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan (bei dem, einfach gesagt, hauptsächlich der Bauträger und nicht die Stadt plant) handeln soll.

„Aus Praktibilitätsgründen sollte mit dem Investor die Bereitschaft zur Realisierung des Projektes mittels eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan geklärt werden“, heißt es in der Vorlage, die SPD, CDU und die Grünen kurzfristigeingereicht hatten und die fast einstimmig (eine Enthaltung) abgesegnet wurde. Eine ähnliche Forderung (aber nur für einen „normalen“ Bebauungsplan) hatten die MBI bereits zuvor bereits gestellt. Bezirksvertreterin Monika Hirdes schloss sich in der Sitzung aber dem weitergehenden Antrag an.

Eigentümer des Plangebietes ist der Mülheimer Wohnungsbau (MWB). Sollte er vor Ort selber bauen wollen, müsse darauf geachtet werden, dass er „Aspekte des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und des Denkmalschutzes beachtet“, so will es die Politik.

Rücksicht auf Papenbuschsiedlung nehmen

Viel Wirbel hatte es Anfang März bezüglich der Sportplatzbebauung gegeben. Der MWB hatte der Stadt nämlich angeboten, auf dem Grundstück 48 Mietshäuser zu errichten, in denen zunächst Flüchtlinge unterkommen könnten. Später sollte der Wohnraum dann an sozial schwache Familien vermietet werden. Ein solches Bauvorhaben ließe sich zügig realisieren, wenn man aufgrund der Flüchtlingskrise baurechtliche Erleichterungen einräume, zeigte sich die Stadt angetan. Andere (mobile) Wohneinheiten für Flüchtlinge könnten sich dann erübrigen.

Begeistert waren nicht alle von der Idee. Einige Anwohner fühlten sich übergangen, gründeten eine Bürgerinitiative und protestierten vehement gegen das Flüchtlingsdorf. Aber auch die drei Fraktionen SPD, CDU und MBI lehnten das Projekt letztlich mehrheitlich ab. Die Verwaltung zog daraufhin die Planungen und Anträge zurück, die im Planungsausschuss (10. März) vorgestellt werden sollten.

Nun soll ein „geordnetes Verfahren“ eingeleitet werden. „Ein Neuentwurf müsste auf die alte geschlossene Papenbusch-Siedlung Rücksicht nehmen“, fordert Bezirksvertreter Günter Wrede (SPD). „Genau geprüft werden kann nun auch, ob die Industrie jenseits der Mellinghofer Straße Lärm und Emissionen verursacht und ob das Gelände belastet ist. Da gab es mal Bergbau, eine Ziegelei, einen Bunker“, so Petra Seidemann-Patschulla (CDU). Wichtig ist allen BV-Politikern, dass die Bürger umfassend am Planungsprozess beteiligt werden. „Ich glaube wir haben hier heute ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Wir alle bieten Ihnen an, mit uns im Gespräch zu bleiben“, erklärte Bezirksbürgermeister Heiz-Werner Czeczatka-Simon den Anwohnern, die zur Sitzung gekommen waren.

Interessant ist nun, ob der MWB schon Alternativ-Ideen hat.