Für M&B ist Gewerbeflächennot Dauerbrenner

M&B-Chef Jürgen Schnitzmeier (Mitte) zog im Hause der Inplan GmbH mit Oberbürgermeister Ulrich Scholten, dem M&B-Aufsichtsratsvorsitzenden, Bilanz für 2015.
M&B-Chef Jürgen Schnitzmeier (Mitte) zog im Hause der Inplan GmbH mit Oberbürgermeister Ulrich Scholten, dem M&B-Aufsichtsratsvorsitzenden, Bilanz für 2015.
Foto: K. Gilles
Wirtschaftsförderung M&B setzt drei Schwerpunkte für 2016: Breitband-Ausbau und Digitalisierung, Flächenentwicklung sowie Modernisierung von Immobilien

Mülheim..  Trotz „einiger Sorgenkinder“: Die Wirtschaftsförderung Mülheim & Business (M&B) zieht trotz der Krise im Metall- und Elektrogewerbe und dem absehbaren Verlust von Jobs in der Tengelmann-Zentrale eine positive Bilanz für das Jahr 2015, in dem die Beschäftigtenzahl in Mülheim noch einmal um über 600 auf knapp 58 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte angestiegen ist.

Die Branchenvielfalt in der Wirtschaftsstruktur sei weiter ein gutes Fundament, so M&B-Chef Jürgen Schnitzmeier. Fast ein Drittel der Beschäftigten arbeiten immer noch im produzierenden Gewerbe, ein Viertel im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, gut 40 Prozent im Dienstleistungssektor. Stellenzuwachs gab es 2015 insbesondere bei Aldi Süd, Hans Turck, bei der Hochschule und in den Max-Planck-Instituten.

Weiter will die Wirtschaftsförderung Mülheims Profil als wissensbasierter Wirtschaftsstandort und Wohnstadt für Familien schärfen. Drei Handlungsschwerpunkte benennt Schnitzmeier für dieses Jahr. Dazu zählt der Breitband-Ausbau und die Unterstützung des Mittelstandes auf dem Weg in die digitalisierte „Wirtschaft 4.0“. Jetzt, da der Bund ein Förderprogramm für den Breitband-Ausbau aufgelegt habe, so Schnitzmeier, werde M&B absehbar ein Ausbaukonzept für Mülheim vorlegen, damit insbesondere weiße Flecken in Gewerbegebieten und in den südlichen Stadtteilen verschwinden. Darüber hinaus gelte es, im Bereich Digitalisierung mehr Firmengründungen möglich zu machen.

Ein Dauerbrenner ist das Werben von M&B für mehr Gewerbeflächen. Es sei dringend geboten, einen Teil der 35 aufgezeigten Potenzialflächen zu entwickeln, im Sommer etwa werde ein erstes Konzept zur Nachnutzung des Flughafen-Areals präsentiert. Dritter Schwerpunkt: die Reaktivierung von „unterwertig genutzten Objekten“, wie Schnitzmeier sich ausdrückt. In den Fokus rücken soll die Modernisierung von Gewerbe- und Wohnimmobilien. Schnitzmeier ist überzeugt, Eigentümer und Investoren davon überzeugen zu können, dass ein finanzielles Engagement in diesem Bereich Früchte trägt. Ein Referenzobjekt sei das AEG-Haus an der Ecke Aktien-/Sandstraße. Es ist von Investor Mohamad Itani mit viel Mut kernsaniert worden, entstanden ist ein moderner Gewerbekomplex mit Mischnutzung.

Auch im M&B-Aufsichtsrat gibt es Vorstellungen, was 2016 vorrangig in Angriff zu nehmen ist. OB Ulrich Scholten etwa will die energetische Stadtentwicklung vorangetrieben sehen, hat das Thema in sein Referat gezogen. Wirtschaftsvertreter Heinz Lison hat Entwicklungen rund um die neue Hochschule im Visier. Auch müsse M&B sich einschalten in der Frage, wie Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind: „Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Migranten ist zu forcieren.“

Lison: Szene für Studenten schaffen!

Lison, Sprecher der Wirtschaft und Vorsitzender des HRW-Fördervereins, fordert zeitnah auch Anstrengungen, um im Umfeld der neuen Hochschule Handel und Gastronomie für die Studentenszene anzusiedeln.

„Da ist noch erheblich Luft nach oben“, sagte Lison am Freitag bei der Jahrespressekonferenz der Wirtschaftsförderung Mülheim & Business. Die „althergebrachte Gastronomie“ an der Duisburger Straße, das Café Einhorn mal ausgenommen, bedürfe einer Erneuerung, damit sich studentisches Leben breitmachen könne. „In diesem Jahr werden wir, erstmals für die Öffentlichkeit merkbar, eine Studentenstadt. Für die Szene dort müssen wir noch einiges tun“, so Lison als stellvertretender M&B-Aufsichtsratsvorsitzender an die Adresse der Wirtschaftsförderung.

Am 6. Juni soll der neue Campus im Beisein geladener Gäste feierlich eröffnet werden. Am 11. Juni soll es dann ein großes Campusfest geben, Studierende haben dafür eine eigene Projektgruppe gebildet. In gut 1000 Briefen sind heimische Unternehmen gebeten worden, das Campusfest finanziell zu fördern. „Wenn wir 100 Unternehmen finden, die jeweils 500 Euro als finanziellen Beitrag zur Verfügung stellen“, so Lison, „können wir ein wirklich erlebenswertes Stadtteilfest auf dem Campus realisieren.“

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